Briefe & Dokumente
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PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Stiftung Mozarteum Salzburg verwahrt etwa die Hälfte aller derzeit bekannten Briefe und Aufzeichnungen der Mozart-Familie und besitzt damit weltweit die größte derartige Sammlung. Die Mehrheit der rund 700 Dokumente sind eigenhändige Schriftstücke von Wolfgang Amadé Mozart und seinem Vater Leopold. Dazu kommen zahlreiche Briefe von Constanze Mozart (meist von der Hand ihres zweiten Ehemanns Georg Nikolaus Nissen) sowie der beiden Söhne Mozarts, Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang. Alle bekannten und zugänglichen Briefe von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart wurden in der 1962 erschienenen Gesamtausgabe der Briefe und Aufzeichnungen durch Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch publiziert.

Die Stiftung Mozarteum Salzburg besitzt neben den bereits durch die Gesamtausgabe bekannten Handschriften einen weiteren reichhaltigen und interessanten Dokumentenbestand, der weit bis ins 19. Jahrhundert reicht. Er enthält neben Korrespondenzen, Stammbuchblättern und Quittungen der Mozart-Familie auch Nachlassakten von mehreren Familienmitgliedern, darunter auch von den Schwestern Constanzes, Sophie Haibel und Aloysia Lange, sowie von Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg, der Schwester Mozarts. Dazu gehören auch die sogenannten Nissen-Kollektaneen, die Materialsammlung von Georg Nikolaus Nissen für seine Mozart-Biographie, die 1829 postum erschien. Zahlreiche Schriftstücke zur Stiftungsgeschichte und zu Salzburger Mozart-Ehrungen (einschließlich zur Errichtung des Mozart-Denkmals 1842), ein Teil des Aloys-Fuchs-Nachlasses sowie Briefe und Dokumente mit Mozart-Bezug oder von Personen, die für die Mozartforschung bedeutend sind, komplettieren dieses rund 600 Dokumente umfassende Archiv der Stiftung.

Die Stiftung Mozarteum Salzburg hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Packard Humanities Institute in Los Altos/Kalifornien diese historischen Briefe und Dokumente nach dem neuesten Stand der Technik digitalisiert. Ziel des Projektes ist die Online-Publikation der auf die Mozart-Familie bezogenen Briefe und Dokumente bzw. Brief- und Dokumententeile aus der Zeit zwischen 1740 (Ansiedlung Leopold Mozarts in Salzburg) und 1880 (Gründung der Internationalen Stiftung Mozarteum) in Bild und Text. Sie werden damit einem größeren Kreis von Interessenten zugänglich gemacht.

Ausgehend von den eigenen Beständen möchte die Stiftung Mozarteum Salzburg die Online-Publikation Schritt für Schritt erweitern. Dazu sollen auch alle Schriftstücke gehören, die nur teilweise oder gar nicht in die gedruckte Gesamtausgabe aufgenommen worden sind. Langfristig ist die Neuedition der bei Bauer/Deutsch publizierten Mozart-Korrespondenz geplant. Dabei hofft die Stiftung Mozarteum, Besitzer von Mozart-Handschriften für dieses ehrgeizige Projekt zu interessieren und sie dazu zu bewegen, ihre „Schätze” in diesen Onlineauftritt zu integrieren.

Die Webseite der Digitalen Mozart-Edition (DME) versteht sich auch als Plattform für Forschungsergebnisse anderer Mozart-Projekte.

PROJEKTSTAND

Die Korrespondenz von Wolfgang Amadé Mozart und seiner Familie, die in der Gesamtausgabe von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch seit 1962 im Druck veröffentlicht worden ist, wird schrittweise auf Basis der Quellen neu ediert. Dabei werden Lücken gefüllt und die Edition der Korrespondenz bis zum Jahre 1858, die bei Bauer/Deutsch teilweise nur in Auszügen gedruckt ist, systematisch fortgeführt. Außerdem werden im großen Umfang weitere Briefe und Dokumente der Mozart-Familie und zur Institutionsgeschichte aus dem Archiv der Stiftung Mozarteum Salzburg publiziert.
Die Texte werden in einer diplomatischen Transkription wiedergegeben (html-Format). Über Herausgeberentscheidungen und deren formale Wiedergabe informieren die Editionsrichtlinien. Bei der Wiedergabe im html-Format wird zwischen dem ursprünglichen Dokumententext (bei Briefen die vom Verfasser zum Versand hergestellte Fassung einschließlich Adresse) und späteren Annotationen der Manuskripte (Nummerierungen, Signaturen, Stempel, Zusätze von fremder Hand zu Provenienz und Schreibern u. Ä.) unterschieden.
Mit einem PDF-Dokument wird dem Nutzer eine druckfähige Lesefassung des Haupttextes (bei Briefen mit Anschrift) ohne Zusätze von fremder Hand bereitgestellt.

1. Briefe der Mozart-Familie bis 1791

Die Neuedition umfasst derzeit die Briefe Leopold Mozarts an den Augsburger Verleger Johann Jakob Lotter aus den Jahren 1755, 1756 und 1763, die Briefe Leopold Mozarts von den Reisen der Jahre 1762 bis 1768, darunter die „Große Westeuropareise“, die Korrespondenz der Reisen Wolfgang Amadé Mozarts in den Jahren 1769 bis 1781 sowie seiner Wiener Jahre 1781 bis 1791, einschließlich der Reisen nach Prag (1787, 1791), Leipzig, Berlin (1789) und Frankfurt (1790). Außerdem stehen die Briefe Leopold Mozarts an seine Tochter Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg der Jahre 1784 bis 1787 zur Verfügung.

1.1 Briefe von Leopold Mozart an Johann Jakob Lotter

Im Zusammenhang mit der Herausgabe seines Buches Versuch einer gründlichen Violinschule korrespondierte Leopold Mozart zwischen 1755 und 1756 intensiv mit dem Verleger Johann Jakob Lotter in seiner Geburtsstadt Augsburg. 29 Briefe (BD 1–30, 47, deest) haben sich erhalten. Sie werden mehrheitlich in Augsburger Archiven und Bibliotheken aufbewahrt. Ergänzt wird diese Korrespondenz von einem Brief Leopold Mozarts an den Musiktheoretiker Meinrad Spieß im Kloster Irsee bei Kaufbeuren, in dem er sich über seine Beweggründe zur Abfassung der Violinschule äußert (BD 9a).

1.2 Reisebriefe

– Reise der Familie Mozart nach Wien, Oktober 1762 bis Januar 1763 (BD 32–46)
– Reise der Familie Mozart durch Europa, Juni 1763 bis November 1766 (BD 48–114)
– Reise der Familie Mozart nach Wien, September 1767 bis Dezember 1768 (BD 116–143)
– Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Italien, Dezember 1769 bis März 1771 (BD 147–238)
– Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Italien, August bis Dezember 1771 (BD 239–260)
– Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Italien, Oktober 1772 bis Februar 1773 (BD 264–287)
– Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Wien, Juli bis September 1773 (BD 288–299)
– Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach München, Dezember 1774 bis März 1775 (BD 300–318)
– Reise von Wolfgang Amadé und Maria Anna Mozart nach Mannheim und Paris, September 1777 bis Januar 1779 (BD 329–521)
– Reise von Wolfgang Amadé Mozart nach München, November 1780 bis Februar 1781 (BD 535–582)

Mehr als drei Viertel der Originalquellen befinden sich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg und können daher in Text und Bild gezeigt werden. Von einigen wenigen Briefen sind die Autographe verschollen; als Ersatz können hier gelegentlich Abschriften von Georg Nikolaus Nissen dienen, dem die Originale um 1825 bei der Arbeit an seiner Mozart-Biographie (postum veröffentlicht 1828/29) noch vorlagen. Für Briefe, deren Originale sich nicht im Besitz der Stiftung befinden, stehen in der Regel vorerst nur die Transkriptionen zur Verfügung.

Einen Sonderfall der Quellenüberlieferung stellen die Briefe der frühen Reisen 1762 bis 1768 dar. Die Mehrheit der rund 70 originalen Briefe von den Reisen der Mozart-Familie 1762 bis 1768 (BD 32–143) ist heute nicht mehr vorhanden. Die wichtigste Quelle stellt daher ein zeitgenössisches Abschriftenkonvolut dar, das heute in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt wird. Leopold Mozart gab es möglicherweise in Zusammenhang mit einer geplanten Lebensbeschreibung seines Sohnes Wolfgang in Auftrag, da die meisten Originale bei ihrem Empfänger Lorenz Hagenauer verblieben. Insgesamt waren drei, nicht identifizierte Schreiber (Kopist A, B und C) beteiligt. Als Hauptschreiber fungierte Kopist A, er hat den überwiegenden Teil des Konvoluts hergestellt. Kopist B tritt nur bei den ersten Briefabschriften (BD 35–50, 64) in Erscheinung. Kopist C stand Leopold Mozart vermutlich besonders nahe, denn er wurde nur mit der Abschrift jener Briefteile beauftragt, die im Original mit „Für Sie allein“ oder ähnlichen Hinweisen gekennzeichnet waren, meist persönliche Mitteilungen, in denen es beispielsweise um finanzielle Angelegenheiten ging.
Gelegentliche eigenhändige Eintragungen von Leopold Mozart (S. 5, 22 und 50) belegen, dass die Abschriften unter seiner Aufsicht stattgefunden haben, er das Konvolut durchgesehen und somit autorisiert hat. Einzelne Originalbriefe hat Leopold Mozart offenbar behalten, denn von diesen wurden keine Abschriften angefertigt. Sie lagen einst dem Konvolut bei. Die Mehrheit dieser Briefe ist heute in verschiedenen Bibliotheken erhalten.
Das Konvolut kam nach Leopold Mozarts Tod in den Besitz der Tochter Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg. Sie stellte es 1824 Georg Nikolaus Nissen für die Arbeit an seiner Biographie W. A. Mozart’s zur Verfügung. Dieser nahm in den Abschriften zahlreiche, vor allem orthographische Korrekturen vor. Das Konvolut befand sich später im Besitz von Franz Xaver Wolfgang Mozart, um 1840 befand es sich bei Aloys Fuchs, der zunächst die Bibliothek und später den Nachlass des jüngsten Mozart-Sohnes ordnete. Fuchs fertigte das Titelblatt an: „Abschrift | von den Original=Briefen des | Leopold Mozart | (Fürstl. Erzbischöfl. Caplmstr.) | in Salzburg | an den Kaufmann Lorenz Hagenauer | (in Salzburg.) | Die Reisen nach WienMünchenFrankreich | HollandEngland u. s. w. betreffend.“ Das Konvolut mit 468 Seiten kam 1879 als Bestandteil des Teilnachlasses von Aloys Fuchs mit der Sammlung von Friedrich August Grasnick in die Königliche Bibliothek Berlin und wird heute in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (Signatur: Mus. ep. Mozart, L. Varia 1) aufbewahrt.

1.3 Briefe der Wiener Zeit Wolfgang Amadé Mozarts

– Wohnsitz in Wien, März 1781 bis Dezember 1791 (BD 583–1200)
Aus diesem Zeitraum sind rund 210 Briefe und Dokumente Mozarts überliefert. Rund 100 Briefe vom Zeitpunkt seiner Ankunft in Wien (März 1781, BD 583) bis Mai 1783 (BD 747) befinden sich mehrheitlich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg, und können daher in Text und Bild gezeigt werden. Die weiteren rund 110 Briefe von Juni 1783 bis zu seinem Tod 1791 werden weltweit in Bibliotheken und Archiven aufbewahrt oder befinden sich in Privatbesitz. Einige Bibliotheken stellen auf ihren Websites digitale Reproduktionen zur Verfügung, auf die verwiesen wird. Seit Erscheinen der Gesamtausgabe (1962–1975) wurden immer wieder Briefe im Autographenhandel angeboten. Insgesamt sind derzeit 54 Briefe verschollen. Sie werden entweder nach ihrem Erstdruck (39) oder nach einer Abschrift (15), meist aus dem 19. Jahrhundert, wiedergegeben.

Das Briefkorpus der Wiener Jahre, März 1781 bis Dezember 1791, (BD 583–1200) lässt sich in mehrere Untergruppen unterteilen:
– Briefe Mozarts an seinen Vater Leopold Mozart (104)
– Briefe Mozarts an seine Schwester Maria Anna (Nannerl) Mozart, ab 23. August 1784 verh. Freifrau von Berchtold zu Sonnenburg (15)
– Briefe Mozarts an seine Frau Constanze Mozart (42)
– Briefe Mozarts an den Kaufmann und Logenbruder Michael Puchberg (21)
– Briefe Mozarts an Freunde, Bekannte, Musikerkollegen und Verleger (22)
– Diverses (offizielle Gesuche, Stammbucheinträge, Gedichte) (8)
– Brief von Robert May O’Reilly an Mozart (1)
– Briefe Leopold Mozarts an Bekannte, Verleger und Musikerkollegen (11)

Ein großer Teil der Briefe Mozarts an seine Frau Constanze und an Michael Puchberg sind nicht im Original überliefert. Die Texte von 30 Briefen dieser beiden Gruppen können nur nach dem Erstdruck Mozartiana. Nach aufgefundenen Handschriften herausgegeben von Gustav Nottebohm, Leipzig 1880, wiedergegeben werden. Auch der Publikation von Gustav Nottebohm lagen nur Abschriften zugrunde, die der Verlag Breitkopf & Härtel in Leipzig um 1800 nach den von Constanze Mozart zugesandten Originalbriefen für eine geplante Mozart-Biografie anfertigte. Nottebohm hatte in den 1870er-Jahren das entsprechende Heft mit den Abschriften unter dem Titel „Materialien zu Mozart’s Leben, von der Wwe Mozart mitgetheilt“ gefunden und die darin enthaltenen Schriftstücke veröffentlicht. Dabei hat er editorisch eingegriffen und vor allem ihm anstößig erscheinende Passagen ausgelassen. Diese notierte er sich aber in sein Handexemplar, das heute in der Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufbewahrt wird.

1.4 Briefe Leopold Mozarts an Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg 1784 bis 1787

Am 23. August 1784 heiratete Maria Anna Mozart Baptist Franz von Berchtold zu Sonnenburg, hochfürstlich-salzburgischer Rat und Pfleger zu St. Gilgen. Sie zog somit in das von Salzburg 6 Stunden entfernte St. Gilgen. Ab diesem Zeitpunkt schrieb Leopold Mozart bis zu seinem Tod im Mai 1787 an seine Tochter rund 130 Briefe, die zahlreiche interessante Informationen über das Salzburger Musikleben, über Politik und Alltagsleben, die Gesundheit des am 15. Juli 1785 geborenen Sohns Maria Annas, Leopold, sowie Details aus heute verlorenen Briefen Wolfgang Amadé Mozarts enthalten. Sie befinden sich mehrheitlich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg.

2. Briefe und Dokumente der Mozart-Familie 1792 bis 1858

In diesem Teilprojekt werden Briefe und Dokumente zur Familie Mozart publiziert, die sich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg befinden. Gegenwärtig sind rund 250 Dokumente verfügbar. Diese stammen überwiegend aus der Zeit nach 1800; sie sind bislang meist nur unvollständig oder verstreut publiziert.

Den Hauptteil des Korpus bilden Briefe der Familie Mozart (Constanze Mozart, Georg Nikolaus Nissen, Carl Thomas Mozart, Franz Xaver Wolfgang Mozart, Sophie Haibel) aus der Zeit zwischen 1791, dem Sterbejahr von Wolfgang Amadé Mozart, und 1858, dem Todesjahr von Carl Thomas Mozart. Empfänger sind vor allem Familienmitglieder, Verleger, Musiker und Freunde. Ein weiterer Teil enthält Drittbriefe und Dokumente, die im Zusammenhang mit Wolfgang Amadé Mozarts Nachleben (u.a. seinem Werk sowie der Biographie von Georg Nikolaus Nissen) stehen. Ein kleinerer Teil des Materials umfasst amtliche Dokumente (darunter Originaldokumente zu Wolfgang Amadé Mozart), Gedichte u. Ä.

3. Briefe und Dokumente aus der Zeit 1841 bis 1880

In diesem Teilprojekt werden Briefe und Dokumente zur Geschichte der Stiftung Mozarteum Salzburg bzw. ihrer Vorgängerinstitutionen (Dommusikverein und Mozarteum, Internationale Mozart-Stiftung) bis zum Gründungsjahr der Internationalen Stiftung Mozarteum 1880 im Besitz der Stiftung publiziert. Dieses Material umfasst unter anderem Briefe von Künstlern (z.B. Clara Schumann, Julius Benedict) in Zusammenhang mit den Salzburger Mozartfesten oder mit dem bei Anton Romako in Auftrag gegebenen Mozart-Bild für das sogenannte Zauberflötenhäuschen.

4. Das Stammbuch von Franz Xaver Wolfgang Mozart (1801 bis 1812)

Die Stiftung Mozarteum Salzburg verwahrt das Jugendstammbuch von Franz Xaver Wolfgang Mozart. Er bekam es 1801 als Zehnjähriger in Wien geschenkt und führte es bis zum Jahr 1812, als er bereits vier Jahre als Musiklehrer in Galizien lebte. Das Buch enthält 80 Einträge, gelegentlich mit Zeichnungen. Der einzige musikalische Beitrag stammt von Johann Georg Albrechtsberger, seinem Lehrer. Die Einträge der Wiener Jahre geben einen interessanten Einblick in den Personenkreis, der im Haus von Constanze Mozart in jener Zeit verkehrte.

Insgesamt stehen derzeit 1243 Dokumente online zur Verfügung.

EDITIONSRICHTLINIEN

1. Transkriptionsregeln

Die Texte werden in einer diplomatischen Transkription unter Berücksichtigung des originalen Zeilenfalls ediert. Die zeitübliche Orthographie, Fehler sowie Eigenheiten einzelner Schreiber werden konsequent beibehalten. Offensichtliche Schreibfehler werden durch eine gepunktete Linie, unsichere Lesarten durch eine gestrichelte Linie unter dem entsprechenden Wort angezeigt.
Eigenhändige Korrekturen bzw. Streichungen des Autors werden stillschweigend übergangen und die Fassung „letzter Hand” wiedergegeben. Eigenhändige Einfügungen werden durch graue Schrift gekennzeichnet.
In Zweifelsfällen bei Groß- und Kleinschreibung entscheidet der Herausgeber im Sinne des Schreibers.

Die Edition unterscheidet zwischen Kurrentschrift und lateinischen Buchstaben. Lateinische Buchstaben werden kursiv wiedergegeben. Georg Nikolaus Nissen benutzte eine Mischform. Er unterscheidet z.B. nicht zwischen einem deutschen und einem lateinischen „a“. Deshalb werden in seinen Texten nur eindeutig lateinische Buchstaben bzw. ganze Wörter in lateinischen Buchstaben (erkennbar z.B. an den Buchstaben „h“ oder „e“) gekennzeichnet.

2. Standardisierungen

Anführungszeichen
Anführungszeichen werden vereinheitlicht wiedergegeben („…“). Deren zeitübliche Wiederholung am Zeilenanfang wird vernachlässigt.

Silbentrennungszeichen
Steht ein Silbentrennungszeichen auf der neuen Zeile, wird es stillschweigend nach oben gezogen. Bei zwei vorhandenen Trennungszeichen wird jenes der neuen Zeile stillschweigend weggelassen. Fehlende Silbentrennungszeichen werden in eckigen Klammern ergänzt. Die in italienischen Dokumenten des 18. Jahrhunderts vorkommenden Doppelpunkte werden als Gleichheitszeichen interpretiert und ebenso wiedergegeben.

Abbreviaturen
Die unterschiedlich ausgeführten Abbreviatur-Schleifen werden mit einem einheitlichen Zeichen „ς“ wiedergegeben (z. B. Hς = Herr). Steht die Schleife für den Buchstaben „l“, wird auch ein „l“ wiedergegeben (z. B. „kaiserl. = kaiserlich“). Das Manu-Propria-Kürzel wird standardisiert mit „mp“ dargestellt.

Klammern
Schräge Klammern werden vereinheitlicht und durch | : : | oder | | dargestellt. Runde Klammern dagegen werden als solche wiedergegeben (…). Die nur in Zusätzen vorkommenden eckigen Klammern werden als runde wiedergegeben.

3. Layoutmerkmale

Unterstreichungen
Bei Unterstreichungen wird nicht unterschieden, ob es sich um gerade Striche oder andere Arten von Hervorhebungen handelt. Mehrfachunterstreichungen werden wiedergegeben.

Einrückungen
Einrückungen im Haupttext werden weitgehend standardisiert. Andere Arten von Einzügen, z.B. hängende Einzüge, werden interpretiert und durch Einrückung dargestellt.

Datierung, Schlussformel und Unterschrift
Datierungen, Schlussformeln und Unterschriften werden in Annäherung an die originale Position wiedergegeben.

Ungewöhnliche Position von Textteilen
Vom Textfluss abweichende Positionen von Textteilen (z.B. am linken oder rechten Rand, auf dem Kopf stehend etc.) werden auf der jeweiligen Seite am Ende in sinnvoller Reihenfolge und durch graue Schrift wiedergegeben. Mittels Zeichen eingefügte Textteile werden an der entsprechenden Textstelle in grau wiedergegeben.

Nachschriften werden durch eine hellgraue Schrift abgesetzt.

Adresse und Empfängervermerk
Die Adressen und Empfängervermerke werden normiert linksbündig ohne Berücksichtigung von Leerzeilen wiedergegeben.

4. Stempel, Marken

Besitzerstempel, Steuermarken u.ä. werden auf der jeweiligen Seite unten in chronologischer Reihenfolge wiedergegeben. Bei mehreren identischen Stempeln auf der gleichen Seite erfolgt nur eine Transkription. Briefmarken folgen unabhängig von ihrer tatsächlichen Position der Adresse und werden mit Angabe des Wertes nachgewiesen. Auf den Nachweis komplett unleserlicher Poststempel sowie handschriftlicher Postvermerke wird verzichtet.

5. Zusätze von fremder Hand

Zusätze von fremder Hand werden durch eine kleinere graue Schrift dargestellt. Unterstreichungen von fremder Hand bleiben unberücksichtigt.

6. Ergänzungen und Auslassungen durch den Herausgeber

Ergänzungen werden auf ein Minimum reduziert und durch eckige Klammern gekennzeichnet.
Textverluste sowie Auslassungen durch den Herausgeber werden ebenfalls durch eckige Klammern markiert, in denen in einer runden Klammer der entsprechende Grund bzw. ausgelassene Inhalt angegeben wird: [… (Berechnungen|unleserlich)].

7. PDF-Druckfassung

Die Druckfassung im PDF-Format bietet eine druckfähige Lesefassung. Sie enthält den Haupttext und die Adresse ohne jegliche Zusätze fremder Hand. Auf die farbliche Markierung von eigenhändigen Einfügungen wird verzichtet. Der originale Zeilenfall wird nur bei Absätzen berücksichtigt. Datierungen, Schlussformeln und Unterschriften werden standardisiert rechts- oder linksbündig wiedergegeben. Unsichere Lesarten sind mittels einer Schlängellinie unter dem Wort gekennzeichnet.

LIZENZ / KONTAKT

Projektteam DME :: Briefe & Dokumente
Herausgegeben im Rahmen der Digitalen Mozart-Edition (DME) durch die Internationale Stiftung Mozarteum, Salzburg

Projektleiter DME: Ulrich Leisinger
Projektverantwortliche: Anja Morgenstern
IT-Entwicklung: Franz Kelnreiter
Redaktionelle Mitarbeit: Agnes Amminger (Kodierung)
Till Reininghaus (deutsche Dokumente)
Iacopo Cividini (italienische Dokumente)
Geneviève Geffray (französische Dokumente)
Norbert Dubowy, Urs Liska (Notensatz)

Träger
Packard Humanities Institute (PHI), Los Altos/Kalifornien

Internationale Stiftung Mozarteum (ISM), Salzburg

Kontakt
morgenstern@mozarteum.at

Empfohlene Zitierweise
Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition, herausgegeben von der Internationalen Stiftung Mozarteum, Salzburg (https://dme.mozarteum.at/briefe-dokumente/, Datum der Nutzung).

Die Inhalte dieses Projekts unterliegen einer Creative Commons CC BY-NC-SA 4.0 International License.

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