Am Anfang der Katalogisierung der Bestände des Domusikverein und Mozarteum stand der sogenannte „Mozart-Nachlass“, der Nachlass der Söhne W. A. Mozarts, Carl Thomas (1784–1858) und Franz Xaver Wolfgang (1791–1844). Wie der gesamte Bestand enthält auch diese Teilsammlung nicht nur Werke Mozarts, vielmehr umfasst sie ein breites Spektrum von Musik des 18. und 19. Jahrhunderts.
Noch 1844, im Todesjahr Franz Xaver Mozarts, vermachte dessen Freundin und Universalerbin, Josephine Baroni-Cavalcabò seine Sammlung, bestehend aus seiner Musiksammlung, den Briefen und autographen Fragmenten seines Vaters und Großvaters, den Bildern und Instrumenten der Mozart-Familie dem Dommusikverein und Mozarteum. Im Mozartjahr 1856 entschloss sich auch sein älterer Bruder Carl, den Verein als Universalerben einzusetzen, sodass nach seinem Tod 1858 weitere Briefe, Autographe und Instrumente (z.B. Mozarts wertvoller Konzertflügel von Anton Graf) nach Salzburg kamen.
Im Zuge des Projekts wurde der gesamte Musikalienbestand in der Datenbank des RISM (Répertoire International des Sources Musicales) katalogisiert und in einem gedruckten Katalog (Carus 2021) in der historischen Ordnung veröffentlicht. Das Projekt war Teil der Digitalen Mozart-Edition (DME), einer Kooperation zwischen der Internationalen Stiftung Mozarteum und dem Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien. Projektleiter war Dr. Ulrich Leisinger als Leiter der DME, Projektverantwortliche war Dr. Eva Neumayr. Sie wurde unterstützt von Dr. Armin Brinzing, dem Leiter der Bibliotheca Mozartiana, Dr. Lars Laubhold (2014 bis Anfang 2016), Dr. Tobias Appelt (bis 30. Juni 2019) und Fabian Weidinger (bis 30. September 2021).
In der Zukunft sollen die musikalischen Quellen der Sammlungen beider Söhne Wolfgang Amadé Mozarts digitalisiert und in einem Internet-Portal frei zugänglich gemacht werden, sodass die Bedingung, die Josephine Baroni-Cavalcabò für die Übergabe der Sammlung an den Dommusikverein und Mozarteum formulierte, nämlich, „dass diese Sammlung als eine für sich bestehende; vom Sohne, zu Ehren des Vaters gestiftete, nach seinem ausdrücklichen […] Willen ungetrennt für ewige Zeiten aufbewahrt; und so den Freunden, die Antheil, an dem unerreichten Ton=Heros nehmen, gezeigt werden“ kann, endlich zumindest teilweise erfüllt wird..