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            <title xml:lang="de">Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart</title>
            <title xml:lang="en">Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family</title>
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                            <surname>Morgenstern</surname>
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                                    technical supervisor, data modelling
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                    >Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
                            <orgName role="department" xml:id="DME">Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
                                    <persName ref="https://d-nb.info/gnd/10403128X" role="head">Ulrich Leisinger</persName>
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            <publisher><corpName sameas="#ISM"/></publisher>
            <date when="2011">2011-05</date>
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            <bibl type="source" subtype="short">Privatbesitz</bibl>
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            <change when="2026-03-27">last file update: <date>Fri Mar 27 09:32:49 2026</date></change>
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<text type="mobridoc" src="BD_213.mup">
<letter bd="213">
<HEADER id="774">LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA MOZART IN SALZBURG<lbr/>
BOLOGNA, 6. OKTOBER 1770<lbr/>
mit Nachschrift von Wolfgang Amadé Mozart an Maria Anna (Nannerl) Mozart</HEADER>
<NI src="privat">
<pg n="1"/>
<ts>___________________________________</ts><tshtm>______________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf>Bologna, d. 6 <rend class="latin">octobr:</rend> 1770.<lbr type="forced"/>
Deinen Brief vom 14 <rend class="latin">sept:</rend> habe heute empfangen, da ich eher einen vom 28<h>ten</h>
erwartet hätte. so richtig gehet es mit der Tyroller und Italiän: Post, daß die
Briefe 8 und 14 Täge liegen bleiben. Wir sind nun schon 5 Täge in der Statt und haben
das Fest des hl: <rend class="latin">Petronij</rend> gesehen, so herrlich begangen wird, und wo in der sehr
großen Kirche <rend class="latin">S: Petronii</rend> eine <rend class="latin">Musique</rend> aufgeführt wird, wobey alle H. <rend class="latin">Musici</rend> von
Bologna erschienen [sind]. wir waren gesinnet montag oder dinstag nach Mayland abzureisen:
allein es ist etwas, so uns bis Donnerstag aufhalten wird. Ein <u>Etwas</u>, welches,
wenn es zustande kommen soll, dem Wolfgangerl eine außerordentliche große Ehre
machet. Ich habe sehr vieles zu thun, und dieß ist die Ursache, daß ich der Fr:
Hagenauerin zu ihrem Nahmens Tage |: so, wie gesinnet war :| nicht schreiben kann,
sondern Dich bitten muß unser beyderseyt:<rend class="latin"> gratulation</rend> statt unßer abzulegen. kaum
habe Zeit, diesen Brief hinzuschmieren und nun wirst Du wohl ein paar Posttäge ohne
Brief seyn, bis von Mayland einer anrücken wird.<lbr type="forced"/>
Das Buch hat H: <rend class="latin">P: Martino</rend> schon erhalten. wir sind die besten Freunde zusammen; itzt ist der Zweyte Theil seines
Werkes fertig. ich bringe beyde Theile mit. wir sind täglich bey ihm und halten
musikal: historische Unterredungen.<lbr type="forced"/>
Ihr habt also 3 <rend class="latin">accademien</rend> gehabt? &#8211; &#8211; Nun proßt
darauf! &#8211; und uns habt ihr nicht eingeladen? &#8211; &#8211; wir wären flux erschienen, und dann
wieder davon geflogen. Meine Empf. entgegen an alle gute Freunde und Freundinnen in
und außer dem Hauße, wir küssen euch beyde viel 10000000000 mahl, und ich bin<lbr type="forced"/>
<ts>_______________________________</ts><tshtm>______________________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf>Dein alter<lbr type="forced"/>
<ts>_______________________________</ts><tshtm>_________________________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf><rend class="latin">Mzt.</rend>&#160;<abbr expand="manu propria">m. p.</abbr><lbr type="forced"/>
<NS type="NS" schr_id="39409">Wir haben diesen Brief zu spät bekommen, aber es schadet
nichts, den die welschen posten gehen gar ungleich. mich freuet es recht von Herzen,
daß du dich so lustig gemacht hast, wünsche ich wäre darbey gewesen. hoffe daß die
Jungfrau <rend class="latin">Martha</rend> besser wird seyn. heunt spielte ich bey denn <rend class="latin">Dominicanern</rend> die orgel.
mache anstat meiner meinen Glückwunsch an die fr: hagenauerin, und Jungfrau <rend class="latin">Theresia</rend>
und sage ihnen, daß ich von herzen wünsche, daß sie noch könne die <rend class="latin">secondiz</rend> vom <rend class="latin">p:
Dominicus</rend> erleben, und dammit wir wieder alle so vergnügt beysamm seyn könen. Es ist
so, als wen du den Brief in welchen ich einen an H: <rend class="latin">Sigmund</rend> eingeschlossen, nicht
bekommen hättes, dan ich bekomme keine antwort nicht. <rend class="latin">Addio</rend>, lebe wohl, einen Handkuß
an die <rend class="latin">mama</rend>, und alle Theresln meinen Glückwunsch, und an alle andern Freund und
Freundinen in und ausser Hause mein <rend class="latin">compliment</rend>. Ich wünsche, daß ich bald könte die
<rend class="latin">Pertelzkammersinfonien</rend> hören, und etwa ein <rend class="latin">trommpetterl</rend> oder pfeifferl darzu blasen.
Ich habe das große Fest <rend class="latin">S: petronio</rend> in <rend class="latin">bologna</rend> gehört und gesehen, es ware schön,
aber lang, und die <rend class="latin">Trompetter</rend> haben von <rend class="latin">luca</rend> kommen müssen, den Dusch zu machen,
welche aber abscheulich geblasen haben, <rend class="latin">addio</rend>,<lbr type="forced"/>
<ts>______</ts><tshtm>_______________________________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf><rend class="latin">Wolfg: Mozart</rend>&#160;<abbr expand="manu propria">m. p.</abbr></NS>
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