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            <title xml:lang="de">Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart</title>
            <title xml:lang="en">Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family</title>
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                            <forename>Franz</forename>
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                                    technical supervisor, data modelling
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                    >Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
                            <orgName role="department" xml:id="DME">Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
                                    <persName ref="https://d-nb.info/gnd/10403128X" role="head">Ulrich Leisinger</persName>
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            <publisher><corpName sameas="#ISM"/></publisher>
            <date when="2024">2024-06</date>
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            <idno type="URLWeb">https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1825</idno>
        </publStmt>
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            <bibl type="source" subtype="short">A-Sm</bibl>
                <bibl type="source" subtype="long">A-Sm: Internationale Stiftung Mozarteum, Bibliotheca Mozartiana. Salzburg (AUT)</bibl>
        </srcDesc>
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            <change when="2024-07-01">last file update: <date>Mon Jul  1 10:56:35 2024</date></change>
        </revisDesc>
    </mupHeader>            
<text type="mobridoc" src="BD_1253.mup">
<letter bd="1253">
<HEADER id="1825">CONSTANZE MOZART AN BREITKOPF &#38; HÄRTEL IN LEIPZIG<lbr/>
WIEN, 13. AUGUST 1799<lbr/>
Schreiber Georg Nikolaus Nissen</HEADER>
<pg n="1"/>
<ts>__________________________________</ts><tshtm>__________________________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf><rend class="latin">Wien</rend> 13. August 1799.<lbr type="forced"/>
<ts>__________</ts>Hochgeehrte <persName key="68045">herren</persName>,<lbr type="forced"/> 
Neulich hatte ich eine Freude, als ich das Buch:<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts><tshtm>_____</tshtm>Characteristische Lebensgemälde unsrer Zeitgenossen von <persName key="46039"><rend class="latin">J. G. Meissner</rend></persName>,<lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts><tshtm>_____</tshtm><rend class="latin">Wien</rend> 1799. bey <rend class="latin">Doll</rend>,<lbr type="forced"/>
in die hand nahm. Ich fand da auch <div type="commentary" xml:id="commentID1825_1"><persName key="39409"><rend class="latin">Mozarts</rend></persName> Namen<note corresp="#commentID1825_1">Julius Gustav Meißner, <i>Charakteristische Lebensgemälde unserer
denkwürdigsten und berüchtigtesten Zeitgenossen</i>, Wien: Doll, 1799, S. 370-388.</note></div>. Aber siehe da, es war<lbr type="BD"/> nichts als eine<lbr/>
Copie des <div type="commentary" xml:id="commentID1825_2">Necrologs oder der daraus wörtlich abgeschriebenen<lbr type="BD"/> Lebensbeschreibung, die in<lbr/>
<rend class="latin">Graz</rend> 1794. bey <rend class="latin">Hubek</rend> herausgekommen ist<note corresp="#commentID1825_2">Bei dieser Publikation (<i>Mozart&#8217;s Leben</i>) handelt es sich um den Separatdruck
des Nekrologs von Friedrich Schlichtegroll: "Den 5. December. Johannes Chrisostomus
Wolfgang Gottlieb Mozart", in: Nekrolog auf das Jahr 1791, gesammelt von
Friedrich Schlichtegroll, Gotha, 1793, S. 82-112.</note></div>, und<lbr type="BD"/>  von der ich alle 600. Exemplarien<lbr/>
an mich gekauft habe, um wenigstens diese<lbr type="BD"/> zu vernichten, da ich das beykommende Heft<lbr/>
des Necrologs nicht vernichten<lbr type="BD"/> kann. Ich bin erbötig Ihnen alle Materialien, die<lbr/>
ich <div type="commentary" xml:id="commentID1825_7">zu der Lebensbeschreibung<note corresp="#commentID1825_7">Breitkopf &#38; Härtel planten parallel zu den <i>Oeuvres complettes</i>
die Herausgabe einer Mozart-Biographie; sie kam nicht zustande.</note></div><lbr type="BD"/> habe, mitzutheilen, damit Sie sie selbst ordnen und redigiren<lbr/>
können. Mit<lbr type="BD"/> dieser Hülfe und aus <div type="commentary" xml:id="commentID1825_12"><persName key="56990"><rend class="latin">Niemetscheks</rend></persName> Arbeit<note corresp="#commentID1825_12">Franz Xaver Niemetschek, <i>Leben des K. K. Kapellmeisters
Wolfgang Gottlieb Mozart, nach Originalquellen beschrieben</i>, Prag: Herrl, 1798.</note></div> und dem guten Theil des<lbr/>
Necrologs<lbr type="BD"/> läßt sich schon ein Ganzes machen.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Sie fangen Ihren <div type="commentary" xml:id="commentID1825_3">Brief vom 24 Jul.<note corresp="#commentID1825_3">Brief von Breitkopf &#38; Härtel vom 24. Juli 1799 nicht bekannt.</note></div> damit an, daß unter den Canons vieles<lbr type="BD"/><lbr/>
doppelt ist. Dies soll doch kein Vorwurf seyn? Sie sagen, daß Sie das Ver<lbr type="BD"/>zeichniß der<lbr/>
Canons nicht mit den Canons selbst verglichen haben. Gewiß<lbr type="BD"/> haben Sie doch eine Copie<lbr/>
behalten. Diese wird Sie lehren, daß ausser dem<lbr type="BD"/>&#160;<workName key="6534">Quartett</workName> nicht nur <u>alle</u> versprochenen<lbr/>
Canons, sondern auch der nicht ver<lbr type="BD"/>sprochene: <workName key="6337"><rend class="latin">Alleluja</rend></workName>, da ist. Daß etwas doppelt ist,<lbr/>
thut also der Sache nichts,<lbr type="BD"/> und rührt daher:<lbr/>
Zwey Personen gaben mir alles was sie hatten, und so<lbr type="BD"/> war es natürlich<lbr/>
daß der eine mir gab, was der andre mir schon gegeben<lbr type="BD"/> hatte, oder daß beyde mir<lbr/>
einige gaben, die ich schon hatte, und ich gab<lbr type="BD"/> mir nicht Zeit sie zu copiren.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Es kann seyn, daß <persName key="39409"><rend class="latin">Mozart</rend></persName> mehr Canons gemacht hat, aber ich kenne sie<lbr/>
nicht,<lbr type="BD"/> und wenigstens hat er keinen nach dem 9. Febr. 1784. gemacht, den ich Ihnen<lbr type="BD"/><lbr/>
nicht angezeigt hätte.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Die 2. Sonaten <rend class="latin">N.</rend> 4. und 5., von denen Sie schreiben, daß Sie aus Unvoll<lbr type="BD"/>ständigkeit<lbr/>
ganz unbrauchbar sind, kann ich nicht ergänzen und sie werden<lbr type="BD"/> es nie werden.<lbr/>
Sie haben also recht gethan, die dafür angesezten 18. fl. zurük<lbr type="BD"/>zubehalten. Aber<lbr/>
ich erbitte mir auch daher diese Noten mit der allerersten<lbr type="BD"/> Gelegenheit zurük: ich<lbr/>
werde sie brauchen können.<lbr type="forced"/>
<pg n="2"/>
<ts>_____</ts>Sie schreiben <div type="commentary" xml:id="commentID1825_4">unterm 22 Jun.<note corresp="#commentID1825_4">Brief von Breitkopf &#38; Härtel vom 22. Juni 1799 nicht bekannt.</note></div>: Sie hätten nun von den gesandten Liedern <abbr expand="etc:">p.</abbr><lbr type="BD"/><lbr/>
alles was Sie nicht brauchen könnten, zurükgeschikt bis auf das unvollstän<lbr type="BD"/>dige:&#160;<lbr/>
<workName key="5273"><rend class="latin">mi lagnerò</rend></workName>, welches Sie mit nächstem auch zurüksenden würden.<lbr type="BD"/> Unterm 24<h><u>stn</u></h><lbr/>
Jul. schreiben Sie: wir nannten das <rend class="latin">mi lagnerò</rend> statt eines an<lbr type="BD"/>dern. &#8211; Ich erbitte<lbr/>
mir also dieses andere.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Sie zwingen mich durch Ihren Brief vom 24. Jul. noch einmal von dem <workName key="6212">Clavier<lbr type="BD"/>concerte</workName><lbr/>
zu reden. Ich thue es ungerne, weil ich dabey die Ihnen so sehr als<lbr type="BD"/> mir unangenehme <w lemma="Weitläuftigkeit">Weit<pc force="weak">-</pc><lbr/>läuftigkeit</w> nicht vermeiden kann. hier ist denn meine<lbr type="BD"/> endliche und gewiß untadelhafte<lbr/>
Antwort. Ihre eigentliche Forderung haben<lbr type="BD"/> Sie in Ihrem <div type="commentary" xml:id="commentID1825_5">Briefe vom 3. Jun.<note corresp="#commentID1825_5">Brief von Breitkopf &#38; Härtel vom 3. Juni 1799 nicht bekannt.</note></div> gänzlich<lbr/>
fahren; davon kann ich also ganz<lbr type="BD"/> schweigen. Ich will mir aber die Mühe geben, Ihnen<lbr/>
die ganze hiehergehörige<lbr type="BD"/> Stelle Ihres <div type="commentary" xml:id="commentID1825_6">briefs vom 18. April<note corresp="#commentID1825_6">Brief von Breitkopf &#38; Härtel vom 18. April 1799 nicht erhalten.</note></div> herzusezen, damit Sie die<lbr/>
Sache besser<lbr type="BD"/> übersehen:<lbr type="forced"/>
<tshtm>_____</tshtm>„Die Ihnen (vorhin) gesandten Themen wurden von einem Noten<lbr type="BD"/>schreiber flüchtig<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>zusammengestoppelt. die meisten dieser Sachen haben<lbr type="BD"/> wir, oder werden sie bald<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>erhalten. Viele davon sind <u>schon gestochen</u><lbr type="BD"/> oder doch <u>in vielen händen.</u> Unter<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>den Sachen, die uns versprochen<lbr type="BD"/> sind, befinden sich noch einige Clavierconcerte<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>wovon wir die Themen<lbr type="BD"/> beylegen (es waren 2.) Wollen Sie uns indeß die<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>Originalpartitur <u>mit<lbr type="BD"/>theilen</u>, so ist es uns angenehmer, und wir sind erbötig<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>Ihnen in diesem<lbr type="BD"/> Fall für die <suppl hand="self" pos="supra">NB</suppl>&#160;<u>Mittheilung</u> jeder Partitur 5. ducaten zu zahlen,<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>doch<lbr type="BD"/> müssen wir, fals Sie diese Propositionen annehmen sollten, darüber<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>so<lbr type="BD"/> gleich gefällige Nachricht erbitten, und Sie um alsbaldige Uebersendung<lbr type="BD"/> der<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>Partituren bitten, weil wir ausserdem denjenigen, welche uns diese<lbr type="BD"/> Partituren<lbr/>
<tshtm>_____</tshtm>angeboten haben, entscheidende Antwort melden müssen.“<lbr type="forced"/>
Und diese zwey Partituren schikte ich Ihnen sogleich, that also Alles was Sie<lbr type="BD"/> verlangt<lbr/>
hatten, leistete ein völliges Genüge für das später erhaltene Geld.<lbr type="BD"/> Ich hätte<lbr/>
Sie indeß, aus Vorsorge für mich, merke ich, nicht schikken sollen,<lbr type="BD"/> ohne vorher Sie<lbr/>
zu fragen, in welche Classe diese Concerte gehörten: in die<lbr type="BD"/> der schon gestochenen oder<lbr/>
in die der in vielen oder in die der in wenigen<lbr type="BD"/> händen in Abschrift befindlichen.<lbr type="forced"/>
<pg n="3"/>
<ts>_____</ts>Aber mein Zutrauen zu Ihnen, daß <u>Sie</u>&#160;<u>mir</u> nicht 5. ducaten! für ein großes<lbr type="BD"/>&#160;<w lemma="ungestochenes">unge<pc force="weak">-</pc><lbr/>stochenes</w> Concert anbieten würden, Ihre Ausdrükke von <u>Mittheilen</u> und <u>Mittheilung</u> und<lbr/>
die gänzliche Vermeidung des Ausdruks von Abkaufen (In<lbr type="BD"/><lbr/>
Ihrem briefe stand an dem oben mit <rend class="latin">NB</rend>. bezeichneten Ort ursprünglich für<lbr type="BD"/> jede<lbr/>
Partitur, und Sie haben später <u>jede</u> in <u>jeder</u> umgeändert, und am Rande<lbr type="BD"/> die<lbr/>
Worte: <u>die Mittheilung</u> mit den Zeichen &#x23BE; eingeflikt.) mußten mich glauben<lbr type="BD"/><lbr/>
machen, daß diese <workName key="6212 5544">2. Concerte</workName> gestochen wären und Sie mir für die <u>Mittheilung</u><lbr type="BD"/> der<lbr/>
Originalpartitur zur berichtigung des etwa ungenauen Stichs 5. ducaten<lbr type="BD"/> anböten.<lbr/>
hiemit war ich zufrieden. Nun aber lehrt mich leider die Folgezeit, daß<lbr type="BD"/> Sie <w lemma="ungestochene">unge<pc force="weak">-</pc><lbr/>stochene</w> verlangt hatten oder verlangen wollten. hat es sich nun<lbr type="BD"/> zwar getroffen,<lbr/>
daß Sie unter den zweyen durch Ihr Versehen ein gestochenes<lbr type="BD"/> begehrt haben, und haben<lbr/>
Sie also auf eine gewisse Art, nämlich nach Ihrem<lbr type="BD"/> einseitigen Plan, dadurch 5. ducaten<lbr/>
eingebüßt, so können Sie diesen Verlust<lbr type="BD"/> auf das andere Concert schlagen, welches Ihnen<lbr/>
dennoch nur den sehr wohl<lbr type="BD"/>feilen Preis von 10. ducaten gekostet. Ich habe mir nichts<lbr/>
<u>gegen Sie</u> vorzu<lbr type="BD"/>werfen; ich habe sogleich geleistet, was Sie verlangten, und Sie<lbr/>
erzeigen<lbr type="BD"/> mir nicht Gerechtigkeit, wenn Sie nicht glauben, daß ich durchaus <div type="commentary" xml:id="commentID1825_11"><rend class="latin">bona fide</rend><note corresp="#commentID1825_11">lat., guten Glaubens</note></div><lbr type="BD"/><lbr/>
gehandelt habe. Ich habe Ihnen in meinem <div type="commentary" xml:id="commentID1825_8"><ref target="mid1817" type="mobri">Briefe vom 15. Jun.</ref><note corresp="#commentID1825_8">Brief vom 15. Juni 1799.</note></div>&#160;<rend class="latin">ad H.</rend> den Preis<lbr type="BD"/><lbr/>
der Clavierconcerte gesagt, und zwar einen solchen, den ich von Nie<lbr type="BD"/>manden bisher<lbr/>
angenommen habe und von Niemanden als Ihnen an<lbr type="BD"/>nehmen werde, und bitte auch<lbr/>
Sich deshalb bald vernehmen zu lassen, ob<lbr type="BD"/> Sie das Concert, welches Ihnen fehlt, für<lbr/>
15. ducaten haben wollen, weil ich,<lbr type="BD"/> so wie Sie von Sich in erwähntem Briefe schreiben,<lbr/>
sonst wahrscheinlich anders<lbr type="BD"/> darüber disponiren werde. Ich bitte aber mir das Thema<lbr/>
von neuem anzu<lbr type="BD"/>zeigen, damit ich mich nicht irre. Wenn es Ihnen gefällig wäre,<lbr/>
die Themen der<lbr type="BD"/> Sachen, die Sie verlangen, nicht <rend class="latin">aparte</rend> zu schikken, sondern in Ihren<lbr/>
Briefen<lbr type="BD"/> selbst anzuführen, so würden Sie mich sehr verpflichten. <tshtm>_____</tshtm>Noch eins.<lbr/>
Sie be<lbr type="BD"/>kamen ein gestochenes <suppl hand="self" pos="supra">Concert</suppl>, welches Sie nicht wollten, aber verlangt<lbr type="BD"/> hatten,<lbr/>
sind unzufrieden und verlangen dafür ein anderes. Ich schikte Ihnen,<lbr type="BD"/> ohne es zu wissen,<lbr/>
ein ungestochenes wieder meinen Willen: ich könnte also<lbr type="BD"/> auch wenn ich wollte, dieses so gut von<lbr/>
Ihnen zurükverlangen als Sie ein<lbr type="BD"/> andres von mir. Ich thue es aber nicht, sondern lasse den<lbr/>
<pg n="4"/>
geschlossenen Handel<lbr type="BD"/> ruhen. Ich lasse sogar meine ausdrükliche bedingung im Verzeichniß<lbr/>
der den<lbr type="BD"/> 25. März gesandten Lieder (Sehen Sie <rend class="latin">ad N.</rend> 19. „Wenn &#8211; welches ich zu unter<lbr type="BD"/>suchen<lbr/>
bitte“) fallen. Ueberhaupt ist mir die ganze Sache deswegen am unan<lbr type="BD"/>genehmsten, weil ich fast<lbr/>
schliessen muß, daß ich mir zuviel geschmeichelt<lbr type="BD"/> habe, indem ich glaubte, daß Sie die Mittheilung<lbr/>
der großen Clavierconcerte, wegen der Richtigkeit des Stichs, verlangen würden.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Es thut mir leid Ihnen zu melden, daß Sie die <workName key="3976">Variationen: <rend class="latin">je suis Lindor</rend></workName>, die<lbr type="BD"/> Sie nicht<lbr/>
von mir haben, nach einer fehlerhaften Copie gestochen haben. <u>Izt</u><lbr type="BD"/> könnte ich sie Ihnen auch<lbr/>
nicht im Original geben, so wenig als die <div type="commentary" xml:id="commentID1825_15">Pariser<lbr type="BD"/> Ausgabe<note corresp="#commentID1825_15">Mozart hatte die Klaviervariationen KV 354 zusammen mit zwei weiteren
Variationszyklen (KV 179 und KV 180) 1778 in Paris bei Heina drucken lassen.
KV 354 war das dritte Stück im Sammeldruck <i>Trois Airs variés pour le
clavecin ou forte piano</i>.</note></div>. <div type="commentary" xml:id="commentID1825_13">Conferiren<note corresp="#commentID1825_13">conferre (lat.), vergleichen</note></div> Sie aber den<lbr/>
daraus höchstwahrscheinlich gemachten<lbr type="BD"/>&#160;<div type="commentary" xml:id="commentID1825_14">Amsterdamer Nachstich<note corresp="#commentID1825_14">Revidierter Nachstich der Pariser Erstausgabe
von Joseph Schmitt um 1780 in Amsterdam.</note></div>, und Sie werden einen<lbr/>
ziemlichen Unterschied finden,<lbr type="BD"/> zum Vortheil des leztern.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Nach dem Eingang der gesandten 5. ducaten wäre unsre Zwischenrechnung<lbr type="BD"/> richtig<lbr/>
bis auf die in meinem Briefe vom 30. Jul. hinzugekomenen kleinen<lbr type="BD"/> Zusäze.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Neben dem habe ich aufs neue zu Gute<lbr type="forced"/>
<ts>________</ts>Porto Ihres Briefs vom 16. Jul. <line w="14em"/> 26<h>x</h><lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>_____________</ts>meines <ts>___________</ts>22 <line w="16.5em"/> 12.<lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>_____________</ts>Ihres <line w="6.5em"/> 30. <line type="dashed" w="16em"/> 24.<lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>______________</ts> <line type="dashed" w="9em"/> 24. <line type="dashed" w="16em"/> 21.<lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>_____________</ts>meines <line type="dashed" w="6em"/> 9. August<line type="dashed" w="10em"/>&#160;<u><ts>___</ts> &#8212; 12.</u><lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>__________________________________________________________________</ts><tshtm>___________________</tshtm>1 fl. 35<h>x</h>.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>hierin folgt neben <div type="commentary" xml:id="commentID1825_9">einigen Anecdoten<note corresp="#commentID1825_9">In der <i>Allgemeinen musikalischen Zeitung</i> 1 erschienen in der 
Nr. 50 (11. September 1799), Sp. 854–856, drei Anekdoten unter dem Titel
"Noch einige Kleinigkeiten aus Mozarts Leben, von seiner Wittwe mitgetheilt".
In der Nr. 19 (6. Februar 1799), Sp. 289–291, waren bereits sieben "Anekdoten
aus Mozarts Leben, von seiner hinterlassenen Gattin uns mitgetheilt" abgedruckt.</note></div> das vollständige Verzeichniß<lbr/>
der sämt<lbr type="BD"/>lichen seit 9. Febr. 1784. componirten Claviersonaten u. dgl. Es ist<lbr/>
leicht mög<lbr type="BD"/>lich, daß nichts Ihnen unbekantes darin ist: aber so werden Sie wenigstens<lbr type="BD"/><lbr/>
gesichert, daß Ihnen nichts <div type="commentary" xml:id="commentID1825_16">echapirt<note corresp="#commentID1825_16">échapper (frz.), entwischen</note></div>. Mir würde es sehr lieb seyn, wenn ich<lbr type="BD"/> Ihnen<lbr/>
wieder Vermuthen etwas Neues sollte nachgewiesen haben. <suppl hand="self" pos="inline">das Ver<lbr type="BD"/>zeichniß verlange ich <u>nicht</u> zurük.</suppl><lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Ich habe die Ehre mit vollkommenster Hochachtung zu seyn<lbr type="forced"/>
<ts>____________________________</ts><tshtm>___________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf>meiner höchstgeehrten herren<lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<ts>____________________________</ts><tshtm>______________________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf>ergebenste dienerinn<lbr type="BD"/><lbr type="forced"/>
<lbr type="forced"/>
<ts>____________________________</ts><tshtm>_________________________________________</tshtm><tspdf>\hfill </tspdf><div type="commentary" xml:id="commentID1825_10"><persName key="48818"><rend class="latin">Constance Mozart</rend></persName><note corresp="#commentID1825_10">eigenhändige Unterschrift</note></div>
<pg n="5"/>
<add_empf impl="ink" rot="90">
<u>1799</u><ts>_________</ts><u><rend class="latin">Wien</rend>.</u><lbr/>
<u>19 <rend class="latin">Aug<abbr type="curve"></abbr></rend></u><ts>______</ts><u><rend class="latin">Mozart.</rend></u><lbr type="forced"/>
<u><ts>__</ts>&#8211;<ts>__</ts></u><lbr/>
<u>19 &#8211;<ts>__</ts></u></add_empf>
<pg n="6"/>
<vacat/>
</letter>
</text>
</MUP>