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            <title xml:lang="de">Digitale Edition der Briefe und Dokument der Familie Mozart</title>
            <title xml:lang="en">Digital Edition of Letters and Documents from the Mozart Family</title>
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                    <orgName ref="https://d-nb.info/gnd/37019-8">Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg</orgName>
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                    <orgName>The Packard Humanities Institute</orgName>
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                            <surname>Morgenstern</surname>
                            <forename>Anja</forename>
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                            <surname>Kelnreiter</surname>
                            <forename>Franz</forename>
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                                    technical supervisor, data modelling
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                    </persName>
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                    <orgName corresp="#ISM" xml:lang="de"
                    >Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
                            <orgName role="department" xml:id="DME">Wissenschaftliche Abteilung. Digitale Mozart-Edition
                                    <persName ref="https://d-nb.info/gnd/10403128X" role="head">Ulrich Leisinger</persName>
                                    <orgName role="project">Digitale Mozart-Edition</orgName>
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        </titleStmt>    
        <publStmt>
            <publisher><corpName sameas="#ISM"/></publisher>
            <date when="2024">2024-06</date>
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            <idno type="URLWeb">https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1806</idno>
        </publStmt>
        <srcDesc>
            <bibl type="source" subtype="short">D-B</bibl>
                <bibl type="source" subtype="long">D-B: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv. Berlin (DEU)</bibl>
        </srcDesc>
        <revisDesc>
            <change when="2024-05-28">last file update: <date>Tue May 28 17:25:58 2024</date></change>
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    </mupHeader>            
<text type="mobridoc" src="BD_1234.mup">
<letter bd="1234">
<HEADER id="1806">CONSTANZE MOZART AN BREITKOPF &#38; HÄRTEL IN LEIPZIG<lbr/>
WIEN, 13. FEBRUAR 1799<lbr/>
Schreiber Georg Nikolaus Nissen</HEADER>
<NI src="D-B">
<pg n="1"/>
<ts>__________________________________________</ts><tspdf>\hfill </tspdf><rend class="latin">Wien</rend> 13 Febr. 1799.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>höchstgeehrte <persName key="68045">herren</persName>,<lbr type="forced"/>
<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>nachdem ich die vorgeschriebene Zeit abgewartet<lbr/>
hatte, um die Anweisung<lbr type="BD"/> auf <persName key="57816">h<abbr type="curve">.</abbr>&#160;<rend class="latin">Preindl</rend></persName> zu<lbr/>
präsentiren, habe ich die Antwort erhalten,<lbr/>
daß er sie<lbr type="BD"/> diesen Nachmittag bezahlen wolle,<lbr/>
und mich bitte, Ihnen zu melden, daß<lbr type="BD"/> er es<lbr/>
meinetwegen thue, und sich eigentlich nicht<lbr/>
verpflichtet halte, weil Sie ihm<lbr type="BD"/> noch nicht<lbr/>
die gehörige Anzahl von Exemplarien geschikt<lbr/>
hätten. <persName key="59962">h<abbr type="curve">.</abbr>&#160;<rend class="latin">Traege</rend></persName><lbr type="BD"/> hat mich auch gebeten,<lbr/>
Ihnen zu melden, daß er in einer gleichen<lbr/>
Verlegenheit<lbr type="BD"/> ist, und mit Nachfragen<lbr/>
überlaufen wird. Ich schmeichle mir, daß<lbr/>
ich bey<lbr type="BD"/> Gelegenheit der Versendung an diesen<lbr/>
leztern, den ich öfterer sehe, das an<lbr type="BD"/>genehme<lbr/>
Geschenk des <div type="commentary" xml:id="commentID1806_1">zweyten Hefts<note corresp="#commentID1806_1">Das zweite Heft der Klaviersachen der <i>Oeuvres complettes</i>. Es enthält Variationen
für Klavier: KV 352, 264, 353, 455, 354,  Anh. C 26.02, 573, 613, 265, 398, 179 und KV 500.</note></div> erhalte, welches<lbr/>
Sie die Güte gehabt<lbr type="BD"/> haben mir zu versprechen.<lbr type="forced"/>
<pg n="2"/>
<ts>_____</ts>Es sind mir in diesen Tagen Anträge<lbr/>
geschehen, um einzelne Compositionen<lbr type="BD"/> meines seligen<lbr/>
<persName key="39409">Mannes</persName> mir abzukaufen, nämlich das <workName key="7128">Quintett<lbr/>
für die har<lbr type="BD"/>monika</workName> und Quartetten für 2 Violinen,<lbr/>
Bratsch und Violoncello. Um so viel<lbr type="BD"/> mehr bin ich<lbr/>
also begierig auf Ihre Antwort auf meinen <ref target="mid1805" type="mobri">Brief<lbr/>
vom 26 Jan.</ref>&#160;<postxt>um zu wissen, in welcher Ordnung wir die<lbr/>
Musicalien vornehmen.</postxt> Erwähntes<lbr type="BD"/> Quintett ist mit blasenden<lbr/>
Instrumenten: <rend class="latin">Flaute oboe Viola</rend> und <rend class="latin">Violoncell</rend>,<lbr type="BD"/><lbr/>
und ich biete es Ihnen an für 12. Ducaten.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Ich besize ein Büchelchen mit der Aufschrift&#160;<lbr/>
<workName key="9884"><rend class="latin">Capricci di W. Mozart a Londra<lbr type="BD"/> nel mese<lbr/>
Decembre</rend></workName> 1764 (also als er 8 Jahre alt war),<lbr/>
enthaltend <u>von ihm<lbr type="BD"/> selbst geschriebene</u><tspdf>\newline </tspdf>&#160;<suppl hand="self" pos="supra">kleine</suppl>&#160;<w lemma="Compositionen">Compo<pc force="weak">-</pc><lbr/>sitionen</w> verschiedener Gedanken, und eine<lbr type="BD"/>&#160;<lbr/>
<workName key="11005">Arie: <rend class="latin">Quel destrier che all'albergo è vicino</rend></workName>,<lbr/>
wovon das Original zu vielen<lbr type="BD"/> werth für mich<lbr/>
hat als daß ichs abstehen sollte. Ich würde es Ihnen<lbr/>
aber <u>zum<lbr type="BD"/> Abschreiben</u>, <postxt>auf Ihre Kosten hin und her,</postxt> schikken, wenn Sie es wünschen,<lbr type="BD"/><lbr/>
<pg n="3"/>
und Ihnen selbst überlassen, den Preis zu<lbr/>
bestimmen. Ich weiß wohl, daß es an<lbr type="BD"/> sich von keinem<lbr/>
großen Interesse seyn kann: aber als Seltenheit,<lbr/>
als ein Strahl<lbr type="BD"/> der Morgenröthe seines Genies<lbr/>
bleibt es doch sehr merkwürdig. Es ist unter<lbr type="BD"/>haltend<lbr/>
daraus zu sehen, daß er zu einer Zeit <w lemma="componirte">compo<pc force="weak">-</pc><lbr/>nirte</w>, da er 20 und 30 &#8211; <lbr type="BD"/> 02 und 03 schrieb.<lbr/>
Er hat es selbst paginirt. Diese kleine <w lemma="Anecdote">Anec<pc force="weak">-</pc><lbr/>dote</w> gehört auch<lbr type="BD"/> in Ihre Sammlung.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Ich erfahre, daß Sie unter der Hand Sich alle<lbr/>
Mühe um <suppl hand="self">Ihnen</suppl> unbekannte<lbr type="BD"/> Sachen machen. Wiewohl ich<lbr/>
vielleicht hätte erwarten können, daß Sie Sich<lbr type="BD"/> zuerst<lbr/>
an mich gewandt hätten, habe ich doch nichts dawieder,<lbr/>
weil ich doch<lbr type="BD"/> keinen sonderlichen Vortheil von solchen<lbr/>
machen kann, die schon bekannt<lbr type="BD"/> sind, und ermahne Sie<lbr/>
nur fleissig fortzufahren, da es mir selbst<lbr/>
angenehm<lbr type="BD"/> seyn wird, wenn Sie alles, auch ohne mich,<lbr/>
erhalten.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Von solchen Sachen, die recht bekannt sind, bin<lbr/>
ich erbötig, Ihnen die Original<lbr type="BD"/>partituren, die<lbr/>
ich habe, zu leihen, wenn, Sie die Kosten der <w lemma="beyderseitigen">beyder<pc force="weak">-</pc><lbr/>seitigen</w><lbr type="BD"/> Versendungen tragen wollen, und mir<lbr/>
<pg n="4"/>
dafür eine selbstbeliebige Vergütung<lbr type="BD"/> machen. Nur auf<lbr/>
diese Art können Sie, dünkt mich, der äussersten Correkt<lbr type="BD"/>heit<lbr/>
Ihrer Ausgabe gewiß seyn.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>So eben hat <persName key="57816"><rend class="latin">Preindl</rend></persName> die angewiesenen 54 fl. 30x.<lbr/>
bezahlt, die ich Ihnen auch<lbr type="BD"/> gutgeschrieben habe.<lbr type="forced"/>
<ts>_____</ts>Nun bitte ich wiederholt um eine gütige Nachricht<lbr/>
wegen <persName key="85320">h<abbr type="curve">.</abbr>&#160;<rend class="latin">Sievers</rend></persName>, die<lbr type="BD"/> Sie mir <div type="commentary" xml:id="commentID1806_2">unterm 22. dec. 1798<note corresp="#commentID1806_2">Brief von Breitkopf &#38; Härtel vom 22. Dezember 1798 nicht bekannt.</note></div>.<lbr/>
versprochen haben; und ferner um Ihren gefäl<lbr type="BD"/>ligen<lbr/>
Rath oder irgend einen Vorschlag Ihrer Seits wegen<lbr/>
der bey Ihnen <div type="commentary" xml:id="commentID1806_4">vor<lbr type="BD"/>räthigen Exemplare des <workName key="5893">Concerts<lbr/>
<rend class="latin">Opus</rend> 1</workName><note corresp="#commentID1806_4">Constanze Mozart hatte 1797 auf eigene Kosten das bis dahin unveröffentlichte
Klavierkonzert in C KV 503 von Philipp Jakob von Thonus (1748–1799)
in Leipzig stechen lassen. Thonus gab seine Musikalien bei Breitkopf &#38; Härtel
in Kommission heraus.</note></div>.<lbr type="forced"/>
<lbr type="forced"/>
<ts>___________________</ts><tspdf>\hfill </tspdf><div type="commentary " xml:id="commentID1806_3">ich habe die Ehre zu<lbr type="forced"/>
<ts>___________________</ts><tspdf>\hfill </tspdf>Seyn Ihre ergebenste<lbr type="forced"/>
<ts>___________________</ts><tspdf>\hfill </tspdf>Dienerin <persName key="48818"><rend class="latin">Mozart</rend></persName><note corresp="#commentID1806_3">Die letzten drei Zeilen eigenhändig von Constanze Mozart.</note></div><lbr type="forced"/>
<lbr/>
<add_seal type="owner">Ex<lbr/>
Bibl. Regia<lbr/>
Berolin</add_seal>
</NI>
</letter>
</text>
</MUP>