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                            Wien den 30ten Novbr 841
                     Euer Wohlgebohren!

Da ich meine Reise nach Salzburginfo schon am
6ten Dezember antreten möchte und von
der Hand nicht im Stande bin die
Reisekosten zu bestreiten, so fühle
ich mich veranlaßt Sie höflichst zu
bitten um einen kleinen Vorschuß
von 20 fl C. W.. Ich ersuche Sie höflichst
mir das Geld sobald als möglich zu schicken
damit ich mich nicht länger in Wien
aufhalten dürfte, denn ich habe schon
nach Haus um ein Geld und meine er-
forderlichen Zeugnisse geschrieben, was
mir alles nach Salzburg geschikt wird
und ich dan sogleich bereit bin, das Geld
in loco zu bezahlen.
                         Franz Tomaschek
Die Adresse ist an Franz
Tomaschek wohnhaft am
Neubau N 1, 2ten Stock Thür 39.
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[Briefentwurf von Franz von Hilleprandt an Franz Xaver Wolfgang Mozart:]

An Sr Wohlgeboren
des Hς W. A. Mozart Konzertmeister
             in Wien
Der Hς Franz Tomaschek hat hierorts um einen
Vorschuß von 20 f. CMze WW. zur Bestreitung seiner
Reisekosten angesucht. – Ich bin nicht abgeneigt
dieser Bitte zu willfahren, wenn man nicht
fürchten muß, darum geprellt zu werden. Da ich
dieses Individuum nicht kenne, so sende
ich die begehrten 20 fl C. Mze zu Ihrer gefälligen
und beliebigen Verfügung mit der Bitte ein,
im Falle als Sie ihm dieses Geld
anvertrauen können, und glauben, ihm zu trauen
ist, es ihm gegen Ausstellung des im Entwurfe
angeschloßenen Schuldscheines aushändigen und die
Verfügung treffen wollen, er bald möglichst hier
eintreffen, auch den Schuldschein sogleich hieher senden.
Im Falle als Sie es aber nicht rätlich halten,
das Geld meiner Mutter übergeben, und
des Weiteren, was mit dem Tomaschek geschiehet
mir anzeigen zu wollen, damit ich
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meine weiteren Verfügungen wegen Erhaltung
eines Bassisten treffen kann.
     Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnet sich
                      Ihr
                   aufrichtigergebener
                   Freund
                        Hilleprandt.

[Schuldschein für Franz Tomaschek])
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[Franz von Hilleprandt an Franz Tomaschek, Salzburg, 1. Dezember 1841]