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Salzburg v. Nissen. We Mozart. dç 18/2 28
Hochzuverehrende
Fr. StaatsRäthin!
Daß mich Ihre vorgestern eingetroffene Zuschrift v. 9. d. M.

an die bisher unterbliebne Beantwortung Ihres
frühern
Schr. v. 3/11 v. J. 
erinern mußte, desfalls bitte
ich recht sehr um Verzeihung. – Beÿ meiner so
großen Augenschwäche darf ich beÿ
Licht weder lesen
noch schreiben, sowie mir dann auch ersteres –
namentl. wenn es
Bfe, oder andere
schriftl. Gegen=
stände sind – am Tage oft nicht gut
mögl.
ist, u. da ich dennoch der schriftl. einmal
überno
mne Arbeiten so manche habe, welche
als Geschäftsarbeiten, nicht wohl aufzuschieben;
auch nicht i
mer an andere zur Erledigung zu
überweisen sind, so bleibt denn oft mancher
[S. 2]


Bfe meiner PrivatCorrespondenz längere Zeit un=
beantwortet, als dies sein sollte. Ich bitte
daher nochmals um gütige Entschuldigung.
V. Jr. hç. Sohn
Carl habe ich
unterm 12/12. v. J. 
Antwort aus Mayland über den dem selben
für ihn &
S. h
ς. Bruder übermachte reinen
Subscriptionsertrag des
Req. erhalten
u. ich kann auch nur Ihnen wiederholen,
was ich bereits Ihr. h
ς. Söhne geschrieben
habe: daß es mir v. Herzen leid thut, nur
eine so geringe Anzahl v.
Subscribenten
erhalten gehabt zu haben. – Daß
ich
selbst v. mehreren der Unterzeichner noch
nicht bezahlt gewesen, als ich den erwähntς
Ertrag an Ihre Herrn Söhne übermachte,
darunter konnte ich sie nicht leiden lassen,
noch steht mancher Betrag aus, u. mancher
möchte sogar für mich ganz verloren seÿn.
Ich will auch wünschen
dglç Sie, beÿ der
Herausgabe der
Mozartsche Biographie 
sowohl was die
Anzahl, als die
Zahlung
d.
Subscribenten betrifft, keine ähnlichen
Erfahrungen machen möchten.
Was ich zur Sa
mlung v. Unterschriften hier,
in
Ffurt & in
Ddt. thun kann, geschieht
sehr gerne, u. ich werde Ihnen &
zugl. der
Breitkopf & Härtelschen Hdlg in
die Namen der durch mich besorgten
Unterschriften binnen einiger Wochen an=
zeigen.

–
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Was Sie auch über den beÿ mir erschienenen thematischen
Catal 
mögen gehört haben, so kann ich Sie dennoch versichern:
daß er
noch nicht herausgeko
men ist, & daß es wohl
eine Verwechslung mit dem längst erschienenen
seÿn muß. Auch enthält dieser
Cataloge nur
diejenige Werke welche
ich besitze, ist daher
keineswegs vollständig, u. noch weniger chronologisch
zu ordnen, da beÿ weitem nicht alle Werke
Mozart’s mit dem
Datum ihrer Verfertigung
versehen sind, auch hat man mir gegen einige
Zweifel machen wollen. – Ich beabsichtige
mit der öffentl. Bekanntmachung dieser
Manu=
scripte einen Versuch zu einer
Subscription
auf deren Herausgabe, allein ich habe i
mmer
noch nicht mit mir einig werden können:
wie
ich diese
Subscription abfassen soll, daß sie
auch einigermaßen v. Erfolg ist. – Unter diesen
Umständen wünschte ich daß Sie in Ihrer Biogra=
phie nur auf die v. mir vorhabende
Subscriptions
Ausgabe hindeuteten, das eine durch Sie veranlaßte
also frühere Beka
ntmachung der Thema dieser Werke,
leicht zu einer Ihrer Biographie, oder meiner
Ausgabe treffende Präjudiz irgend einer
Art Veranlassung geben könnte. =.
Die
verlangte 2
Ex. der
Partitur des
Req. 
werde ich dhl.
Breitkopf & Härtel für Sie
einsenden, welche ja wohl Gelegenheiten zu
deren Weiterbeförderung haben. h
ς. Hacker
bestellt fast gar nichts mehr beÿ mir, so
daß ich keine Gelegenheit habe etwas
nach Salzburg zu schiken.
[S. 4]


V. der angezeigten
Vesper 
wünschte ich das
Thema zu sehen. Ich habe ein
Dixit C=dur
3⁄4 u. ein anderes
Dixit ist mir gestohlen
worden.
Entschuldig Sie daß ich hir schließe u.
genehmigen Sie für heute wie i
mer die
Versicherung
d. vollk. Hochschätzung
Ihr aufrichtig ergebener
Di A.