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Wien am 15. August 1850.
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Verehrtester Freund!
Sie erhalten hierneben, den mir zur Einsicht mitgetheilten
Aufsatz über
Mozart |:
Pia desideria „In Sachen Mozarts :| mit verbindlichsten
Danke zurük; zugleich mit der Versicherung, daß mir
diese vortreflich geschriebene Abhandlung sehr viel
Vergnügen gemacht hat, und ich um Alles; dieselbe durch
den Druk veröffentlicht wünschte, aber als
selbst=
ständige Brochüre, denn in einem Zeitungsblatte müß=
te sie zerstükelt werden, was der Sache schaden wür=
de, weil Alles in
einem Guß gelesen werden muß.
Ich habe nur Weniges beigesetzt, denn das Capitel
„
über Verhunzungen der Mozartschen Werke” gedenke
ich dereinst ausführlich der Welt mitzutheilen; es
genieren mich dermal noch einige lebende Personen
die ich Etwas stark angreifen muß. Das Materiale
hiezu ist gesa
melt – es harrt nur der
Redaction!
Denken Sie, Verehrtester! in der Sache noch, auf
welche Art Ihr Aufsatz am zwekmässigsten in die
Öffentlichkeit gebracht werden könnte?
Was hat Sie den in Ihren letzthin erschienenen
Artikel in der W. Ztg betrübt? Derselbe hat
hier aller Orten den besten Anklang gefunden?
und war ganz
a tempo. Ihre Bemerkungen über
Passavants „
Raffaelica” macht mich lüstern, darnach
in dasselbe ein wenig hineinzuguken!
wie lau=
tet der vollständige Titl?
u wo ist es zu be=
ko
men? Vielleicht hat es die kk. Hofbibliothek.
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Ferner sende ich Ihnen die mir zur Ansicht ein=
geschikte
anonyme Frei=Maurer=
Cantate, so wie
das thematische Verzeichniß; samt beigefügten
Bemerkungen, wieder zurük;
detto die
Ländler.
Auch lege ich Ihnen, eine getreue Abschrift des
Briefes – welchen
M:r Oulibicheff an mich ge=
schrieben, in der Voraussetzung, bei, daß es
Ihnen i
mer interressant sein dürfte, zu
vernehmen, wie der Mann über sein Werk
spricht, und weil Manches darin zur vollkom=
menen richtigen Verständniß des Ganzen
beiträgt. Wenn H
ς. v
Plaimschauer demnächst
nach Wien kö
mt, könnten Sie mir diese Abschrift
wieder zurükstellen. Ko
men Sie wieder einmal
zu mir, zeige ich Ihnen das
Original.
Ein
thematisches, aber mit
Sachkentniß angefer=
tigtes,
Verzeichniß über dasjenige, was das
Stift
Lilienfeld v
Mozart besitzt, wäre
nicht
uninterressant! vielleicht taucht manches
Incognitum auf, was ich nach den oftmaligen
Enttäuschungen aber i
mer weniger glaube!
Nun leben Sie wohl – lassen Sie bald von
Sich hören, oder noch besser – ko
men Sie
Selbst; wonach sich sehnt
Ihr
ergebner Freund
Aloÿs Fuchs.
NB In Anhoffung Ihrer Genehmigung habe ich mir Ihre Abhandlung vor der Hand
abgeschrieben um diesen köstlichen Artikel einstweilen zu besitzen.