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Festrede zur feierς. Enthüllung des Mozart=
Denkmals am 4. Spt. 842 v. Sig. R. v. Neukom.

     Seit mehr als einem 12 Jahrhdt. ist Mozarts
Name ein europäiς geworden. So wie Rafael
Sanzio wurde Mozart in der Blüthe seines
schönen Kunstlebens hinweggerafft. Über Rafa=
els frühes Grab weinte sein kunstliebendes
friedliches Zeitalter; aber Mozarts Leichenfa=
keln waren brenende Städte u. sein Grab-
gesang das Angstgeheul einer, durch böse
zerstörende Umtriebe erschütterten Welt,
u. so verschwand der arme Sänger spurlos –
Spurlos? Nein. Seine Zaubertöne tönten
tröstend fort u. fort bis zu uns herüber
in glükliche Zeiten langen Friedens, denen
es endlich möglich ward, das Andenken
Mozarts durch ein würdiges Denkmal zu ehren.
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Von seiner Vaterstadt aus erging ein
Aufruf an die ganze gebildete Welt, u.
Deutschland, so weit die deutsche Zunge reicht,
u. Böhmen, Ungarn, Galizien, Dänemark, Schwe=
den u. die Schweiz antworteten freundlich auf
diesen Ruf; u. so gelang es den verein=
ten wolgeordneten Kräften, unterstüzt
von allgemein verehrten KünstlerHänden
Mozarts Denkmal der Nachwelt zu über=
liefern.
Aber nicht uns, Herr! nicht uns, sondern
Deinem heil. Namen allein gebührt Ehre
u. Ruhm! Dank sei Dir, von dem alles
Gute kömt, dß Du diesen herrlichen Ge=
nius schufest.
Es falle die Hülle u. Mozarts Bild
strahle fort, ehrend u. geehrt bis
in die spätesten Zeiten.