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Der Leopoldl ist gesund,                            Salzbς: dς 9 Novς:
                                                                                       1786

und dankt für den Glückwunsch zum Namenstag, ich aber danke
euch herzlich, und würde mich wohl selbst bedanken, oder vielmehr den
14 und 15 Geburts u Namenstag in St: Gilgς gefeÿert habς, wen
anderer Weeg u Witterung wäre.

Die Kerzen sind nur 5 ℔. gestern habς wir wiedς 1 ℔ erbettelt.
den wir müssens itzt nur, als für uns, nehmς, ausser dς Statt
werdς keine hergegebς.

Die Hauptsache, wovon zu schreibς habe, ist die Geschichte wegen
Neumark. – daß man alles vorhero wohl überlegς und überdenkς
soll, hat freilich seine ganze Richtigkeit: – allein, wer kan
seinem Schicksaal ausweichς? – – alles, was so widς gewohnheit
schnell geschieht ist meistens ohnwiderstehlicher Trieb des Schicksaals.
Und ich sehe wohl, du bist auch höchst unzufriedς, – aus oecono=
mischς Ursachς höchst unzufriedς! – Freut euch, liebe Kindς!
ihr habt Kameradς! hς: Pfleger und Frau Pflegerin in
Neumarkt
sind bis in den Tod betrübt. es reuet ihn von
Herzen: er hatte eine andςe mehr einträgliche Pfleg zu erhaltς
im Kopf; und erhielt Mittersill, – ja auch nur aus
oeconomischς Gründς: allein, es ist nun geschehς: nur
muß man die Sachς nicht allzeit ab uno extremo ad aliud
extremum
springend betrachtς, sondς mit kaltem
Blut die Sache überlegς, ganz durch, – die gute u die böse
Seite, und dan alles vernünftig einrichtς. was ist den da
endlich anders zu thun? – vielleicht sich unterdessς mit der Hofnung
schmeicheln der Erzbischof werde es nicht thun? – – und
warum soll ers nicht thun? – weil sie ein richtiger Beamter sind? –
weil sie um nichts noch angehaltς? – weil die Ursachς billig
und so natürl: sind, daß sie desswegς gar durch den Vertausch
keinς Vortheil suchen? – – wen der Erzbischof nicht schon vorher

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U.
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einς andern Entschluß genomς hat, so manchς sie sich nur
ganz sicher Reisefertig. Die Wahrheit zu sagς sehe ich die
Sache nicht so schwarz an, als ihr sie mahlt. Die Einkünftς
in Neumark sind, wo nicht besser, doch wenigst denς zu St: Gilgen
gleich; – die Ausgaabς beÿ dieser Verändςung rechnet ihr schon
ganz richtig auf 1000 f. ich bitte um Vergebung, das ist übertriebς!
ich weis aber schon, diese veste Einbildung muß man sich so vest vor=
mahlς, um ja sich einς 1000 f schwerς Stein auf die Brust zu legen,
der das oeconomische Herz ohne Unterlaß beängstiget und aller
Orten Seufzer auspresst. Eÿ, Eÿ, – nichts geschieht ohne Ursach;
und sollte es geschehς, so mag es seiner Zeit gute Folgς habς, aus
gar vielς Ursachς, die anzuführς mir zu lange wäre, es ist schon
späth, ich hatte heut nachmittag Brief an Marchand, u einς
Einschluß an deinς Brudς für Mr: Crux zu schreibς, dς mit seiner
Tochter nach Wien reiset. Lebt gesund, ich küsse euch
von Herzς, grüsse die Kindς u bin euer redlicher Vatter
                                                                        Mozart mp
Der Heinrich empfehlt sich.

Ich danke auch den Kindς und der
Lenerl für den Glückwunsch.

Die Dr: Stegerin, und der Trompς: Schwarz
sind gestorbς.

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À Madame
Madame de Sonenbourg
à
St: Gilgen.

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