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                liebster freund! –

Morgen gehet mit dem Postwagen die verlangte Musique von hier ab, –
den betrag der Copie werden sie zu ende des briefes finden. – es ist ganz natürlich
daß einige Stücke von mir ins ausland versendet werden – das sind aber Stücke,
welche ich geflissentlich in die Welt komen lasse – und habe ihnen die themata
davon nur geschickt, weil es doch möglich wäre, daß sie nicht dahin gelanget
wären. die Stücke aber die ich für mich, oder für einen kleinen zirkel lieb=
haber und kener |: mit dem versprechen sie nicht aus händen zu geben :|
zurückbehalte, könen ohnmöglich auswärtig bekant seÿn, weil sie es selbst hier
nicht sind; – so ist es mit den 3 Concerten so ich die Ehre habe S: D: zu
schicken; ich war diesfalls bemüssiget über den betrag der Copie anoch ein
kleines honorarium von 6 ducaten für Jedes Concert anzusetzen, wobeÿ ich doch noch
seine D: sehr bitten muß, gedachte Concerten nicht aus handen zu geben.
– beÿ dem Concert ex A sind 2 clarinetti. – sollten sie selbe an ihrem
Hofe nicht besitzen, so soll sie ein geschickter Copist in den gehörigen ton über=
sezen; wodan die erste mit einer violin, und die zwote mit einer bratsche
soll gespiellt werden. – was meinen Antrag, so ich mir die freyheit genomen
ihrem würdigen fürsten zu machen, anbelangt, so ist zu erst für mich nöthig
zu wissen, was für gattung von komposizion S: D: am besten und am
nöthigsten brauchen könen, und wie viel sie Jährlich von Jeder gattung von mir
zu besitzen verlangen, welches ich genau zu wissen wünschte, um meinen
Calcul machen zu könen. – ich bitte mich S: D: zu füssen zu legen, und
höchstderoselben meinen Wunsch deswegen bekant zu machen. – und Nun:
liebster freund! – gesellschafter meiner Jugend! – da ich Natürlicherweise
die vielen Jahre durch schon oft in Ricken war, und doch niemalen das
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Vergnügen hatte sie aldort anzutreffen, so wäre in der that mein grösster
Wunsch daß sie mich in Wien, oder ich sie in Donaueshingen besuchen könte.
– das leztere, verzeihen sie, wäre mir fast noch lieber! – da ich nebst
den vergnügen sie zu umarmen, auch die gnade hätte ihrem gnädigsten fürsten
meine aufwartung zu machen, und mich noch lebhafter der vielen gnaden, so
ich in meinen Jüngern Jahren an ihrem Hofe genossen, zu erinern, welche ich
in meinem leben nie vergessen werde. – in erwartung einer baldigen
antwort, und in der schmeichelhaften Hofnung sie doch vieleicht noch einmal
auf dieser Welt zu sehn, bin ich Ewig

Wien den 30:t Sept: 1786.                                ihr ergebenster freund und diener
                                                                         Wolfgang Amadè Mozart mp
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                               Nota.
                       
die 3 Concerte, ohne clavierStime.          fl:      x:
109 bögen. zu 8 Xer: 14 32
die 3 clavierStimen.    
33 und 12 bogen. zu 10 X:er 5 35
honorarium für die 3 Concerte.    
18 ducaten. zu 4 fl: 30 x 81
die 3 Sinfonien    
116 und 12 bogen zu 8 x:er 15 32
Mauth und Porto 3
                                Suma:119 fl:39 x:
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À
Monsieur
Monsieur Sebastien Winter
Valet de Chambre de S: A: S:
le Prince de Fürstenberg pp:
à
Donaueschingen

Erhaltς dς. 11t: 8bis 786. u. dς: 14t: darauf
die inbemelte Musique. Beantw: dς 8t: 9bis d: a:
u. auch den nembln Tag mit dς Diligence inbesagten Belauf
derς 119. f: 39 Kaÿsergelt – mit 143 12 f: Reichsgelt
Frco. übersandt.

diese 143 12 f: seind aus dem
Hofzahlamt auf gdgstς Befehl
u: anweißung abgelangt wordς. wie der dem Hς Hof=
zahlmstr Baur zugestelte Schein das mehrere ausweißet.
                                                                             S: Winter: