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Der Leopoldl ist gesund und Wohl.   Freytage dς 21 1786
                                                                                 [21. Juli 1786]
Da wir um halbe 10 uhr beÿ der Kirche vorbeÿ fuhrς, so warς
wir in weniger als 3 Stund zu Hof; wo wir noch vor halbe 1 uhr
eintraffς. das Hoferwagerl samt dem Wirth warς in Salzbς:
also musste ich mirs gefallς lassen dem kessler woferl die an=
verlangtς 3 f zu bezahlς. wir futtertς also das Roß und uns,
und gingς erst um Viertl nach 2 uhr weg, kamen aber denoch,
à dispetto unserer Hintern, um 3 Viertl auf 5 in Salzbς:
an, da man ebς, als wir beÿm Zahlmeister fuhrς und einandς
Komplimentiertς, im Mirabel zum Rosenkranz zu leütς
anfieng. – der knecht fuhr schnurgerad bis Hof zurück.

Etwas von dem Unrath, was die Überschwemung angerichtet hat,
sieht man aller Ortς, wo man hingeht. Es ist sehr auffallend
die Mirabellmauer im Zwergelgartς hinter den Schifschopper Häusern
wo die Schiesstatt ist ganz u gar niedergerissς zu sehς, und eben
so die Mauer am Ecke, wo die Leute den Äntς brod hinunter-
werffς am obern Theil ganz niedergerissς, wo es
die Quatterstücke auf dem Weeg liegς ließ, und nicht ein einziges
in den Grabς fiel. – Der alte Steinmetz mit seiner Zwergel=
Familie zohe zum Traubenwirth. Die Thorwache war im
Theater, wo man den Eingang bezahlt. Vor dem Cajetanerthor
geht man bis St: Joseph auf lauter aufgethürmtς Gries u
Steinς, nur zum fahrς hat man die nötige Vorkehrung ge=
macht. Beÿm Müllnerthor ist ein Theil der Mauer am Weeg
auf viele Schue untergrabς. hinter dem Beren eine garten=
mauer völlig weggerissς pp: hς: von Schiedenhofς erzehlte
mir, daß alle seine Bauern im wasser warς, folglich er alles ihr
Viehe u Menschen beÿ ihm im Schloß hatte. – Man berechnet
bereits den Kameralschadς, nach den eingelaufenς Berichtς auf
eine halbe Million. Hallein hat sich bereits erklärt, daß es
36000 Stam Holz nötig habe. Die Brücke ist auf beÿdς Seitς noch
ausgeschlagς und nur sind kleine Latten vorgenagelt. beyde Gänge

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sind gesperrt, 2 Schildwachς untς u oben und ein Caporal, nur
ein Wagen darf langsam darüber fahrς. Man hat vor iedem
starken Regen Sorge, indem der Rechen im Hallein untς sehr
ausgespielt ist und natürl: weise durch diese erstaunliche Flut
sehr geschwecht wordς, wo man freÿlich Tag u Nacht arbeitet,
ausbessert und alles mögliche vorkehret. Sollte ein neues heftiges
Wasser den Rechς zerreissen, so ist die Brügge hier ohne Rettung
weg, da sie erstaunlich gelittς und nur durch gute Anstaltς
erhaltς worden, die ich nicht beschreibς kan, – die man aber sieht.

Gestern dς 20 hattς wir den erstς, aber auch einzigς schönς Tag;
heute fielς schon wiedς erschröckliche Wetterregς. um die Statt
herum ist alles fast geschnittς und aufgehifelt odς wie mans heist:
ein paar schöne Täge, – so ist alles zum einführς. unser Spazier=
gang weeg am Wasser ist ganz weg. Man geht in den versanden
und versteinertς feldern des Sandners u Niederlegmüllers hinunter,
die tiefe des Wassers hat sich da verlorς, und alles herein ist Sand
und Gries als wäre alles dieses von allς Zeitς her schon dς gewöhnliche
Lauf dς Salza gewesen. – der Sandner hat seinς Hof alsogleich
seiner Mutter, der BestandMaÿerin, verkauft. die steinerne
Plainbrügge hatte es auch zerrissen.

Die Fr: Reifenstuhlin ist mit einem Mädl entbundς wordς,
welches gleich gestorbς.
Die Fr: Atzwangerin wird sterbς, sie ist an dς Auszehrung
schon dem Ende nahe.
hς: Domprobst war sehr gefährlich. Ist aber wiedς ziemlich
besser, so daß er langsam ausfahrς konnte.

Bologna ist den 16 hier in Gesellschaft des Petrazani ange=
komς, war alle Tage beÿ mir. gestern u vorgestern machtς
wir quartettς. Er will einige Zeit hier bleibς u Baden NB im Stein.
hat desswegς gestern an Gr: Seeau geschriebς. Er empfehlt sich!

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Der Both hat meinς Pack gebracht; aber ich hab ihn nicht gesprochς.
auch vernahm, wider alles Vermuthς, daß die Glastragerin da war,
als ich abends nach Hauß kam, und ich fand also die opera, und hörte
daß die Glasträgerin und dς Both morgς zwar komς, aber mich schwer=
lich sehς werdς, da schon um 8 uhr morgens im Dom bin.
heut war im Kapellhaus um 12 uhr, nach 1 uhr kam zum Mittag
Essen, – um 2 uhr zur Mslle: Weiser, um 3 uhr in die
Vesper, um 4 uhr fieng die ExercierAccademie beÿm Graf
Arco an, die alle Freytag ist, dan gieng zu den Kindern
des jungς Hagenauer, – hinach zum Zeitungsschreiber Hübner
wegς einer Comission von Münchς, und nach 8 uhr kam nach Hause.
ich muß demnach in dς Nacht um halbe 11 uhr dieses schreibς.

Das Grüne war schon gekauft, weil wir die Glasträgerin
schon vor 2 odς 3 Tägς erwartetς.

die Rückständige Zeitung vom 23 Junÿ werde schon schickς.

Schicke den Kampel u Bürstl. – es war zu späth ein neues
Bürstl zu kauffς: also nächstens.

Hier ist auch das Büchl pp: u ein Brief vom Egedacher
mit einer vernünftigς überschrift, der mir in einem ebς so
vernünftigς Brief eingeschlossς war.

So bald der Orgelmacher seine Seiten, die er erwartet, bekomt,
so werde einς ganzen Bezug schickς. was er dermahl noch hat,
kan er nicht entrathς, weil er ebς neu verfertigte Instrumente
bezieht. er Empfehlt sich.

Den verlangtς entsetzlichς Conto zu machς hätte ohnmöglich Zeit, bin
frohe, wen dieser Brief geschriebς ist.

Nun muß doch auch die Hauptsache nicht vergessen und dir
zum Namenstage glückwünschς
: doch du weist, wie
wenig wir uns alle mit diesen Sachς imer abgegebς habς.
Handlungen u nicht wünsche sind die Beweise der wahren

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Freundschaft und zärtlichς vätterlichς Liebe; von dieser bist du
überzeugt, das weis ich; und dieses vergnügt mich. – Ich wünsche
dir beständige Gesundheit, und – das übrige magst du dir
alles selbst wünschς.
Die Nandl danket, und beÿde Mägde schickς halt auch Wünsche
über Wünsche
, so wohl dir als deiner Tochter, welcher ich
auch sondςheitl: ein langes und breites daher wünschen sollte,
wen es nur nicht so späth wäre, den mein Wunsch möchte am
Ende einer Predig gleichen, und ich so ins Schreibς mich ver=
tieffς;, daß mich die Kapuziner um 12 uhr durchs Metten=
glöckl ans Schlafen gehς erinern müsstς. unterdessς wünsche
ich ihr recht viel fleiß, und freude zum Lesen u Clavierspielς;
und mehr Lust sich reinlich zu haltς und die Zähne zu putzς,
sonst bekomt sie keinς Man: – und das wäre erschrecklich!
wen sie auf Michaeli hereinkomt, werde also gleich beobachtς, ob
sie aus dem Mund riecht. Nun, gute Nacht! ich küsse euch
beÿde von Herzen, grüsse die Kindς und bin ewig euer alter
                                                                    redlicher Vatter
                                                                            Mozart mp
der hς: Doctor von Gmuntς war
hier beÿm Haslberger.

dς 22 frühe. dς Leopoldl küsst euch alle.
ist gesund u wohl, dankt für die gratu=
lation
zu seinem Geburtstag.

diese wochς warς täglich im Dom feste u Requiem
u täglich Brief zu schreibς, nach Münchς, Wien
augspurg.

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