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                                                                                     Salzbς: dς 26 maÿ
Der Leopoldl ist
                                                                          [1786]

     gesund!

Es ist 11 uhr Nachts vorbeÿ, da dieses schreibe: weil ebς itzt nach Hause
kam. Der LeibCamerdiener Ankerbauer ließ mich heute frühe bittς mit
dem Marchand heute abends um 6 uhr ihn zu besuchς um ein Fortepiano
zu sehς, und zu hörς, da die Oberbreuterischς u Barisanischς auch desswegς hinzu=
komς versprochς hättς. wir kamς, und Marchand spielte; – es wurde 8 uhr,
die Hofmusik war ohnehin schon abgesagt, und als wir weggehς wolltς, wurde
der Tisch gedeckt, u aufgetragς, – wir glaubtς alle es wäre spass! allein
es war Ernst, wir Soupiertς alle da, und itzt komς wir erst nach Hause.
Da der Both sagte, er werde den Brief schon morgς frühe nach 7 uhr abhohlς,
so schreibe heute noch, daß den Brief u die 18 Xr erhaltς habe, daß heute
Nachmittag die Nandl den Leopoldl zur Fr: Zezi trug, da sie selbς schon
oft eingeladς, da sie ihn besucht hat, auch es bereits weis, daß ihr endlich
einmahl auf Pfingstς hereinkomς werdet: auch habe es dem hς: v D'ypold
gesagt, der sich euch empfehlt u das grösste Vergnügς hat euch einmahl
wieder hier zu sehς. Heute ist der Saal ausgebutzt wordς,
morgς werde den Flügel hineinbringς und dan die andςς Zimer und
Fenster butzς lassς. komende wochς wird der Orgelmacher hier eintreffς,
da er schon den 22 von Stühlingς abgereiset ist. übrigens ist alles
schon hergerichtet u alle Vorsehung getroffς, da ich euch Freytags odς
längstens am Samstage erwarte, auch es allς, auf das ewige
Fragen schon gesagt habe, daß ihr auf Pfingstς hier seÿn werdet; auch
habe es der Hubernanerl beÿ überschickung dς Briefe sagς lassς. Gestern
ist der neue Tenorist, den Schickanedς verschriebς hat, angekomς. Er singt
vortrefflich, hat eine schöne Stime, leicht geläuffige Gurgel, und schöne
Methode
. desswegς wird auch komende woche am Mittwoch noch eine opera,
La Frascetana, gegebς werdς, damit ihn das Publikum noch hörς kan;
vielleicht muß die opera in den Pfingstfeyrtagς vor Schickaneders Abreise
noch einmahl gegebς werdς: dieser Mensch singt wirkl: sehr schön! Nun schlüsse
um schlaffς zu gehς, da ich euch bald Persönlich umarmen werde, küsse
euch von Herzen, grüsse die Kindς u bin in vergnügter eurer Er=
wartung euer redlicher Vatter           Mozart mp

Der Leopoldl küsst euch. Der Heinrich empfehlt sich euch, und freut sich auf
den Tag eurer Ankunft, wie
auch die Nandl u tresel, die
euch die Hände küssen.

DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
MOZARTEUM

INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881
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À Madame
Madame de Sonnenbourg
à
St: Gilgen

DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
MOZARTEUM

INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881