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                                                                                Vienne ce 21 de Juin
       Mon trés cher Pére! –                                                            1783

Ich muß dermalen ganz kurz seÿn, und nur das Nothwendigste schreiben,
weil ich gar zu viel zu thun habe, indem eine Neue Wälsche
opera aufgeführt wird, worinen zum erstenmale 2 teutsche
auftretten, welche sind, meine Schwägerin die Lange, und der
Adamberger, und wozu ich für die Langin 2 Arien, und für
den Adamberger ein Rondeau zu machen habe. – Ich hoffe
sie werden meinen lezten Jubel=Brief richtig erhalten haben.
Meine frau, hat nun die 2 kritischen täge als gestern und
vorgestern gott lob gut überstanden, und befindet sich für
ihre umstände ganz gut; – wir hoffen auch daß alles gut
gehen wird. – das kind ist auch ganz frisch und gesund,
und hat entsezlich vielle geschäften, welche bestehen im trinken,
schlaffen, schreÿen, B . . . . sch . . . . und schpeiben. p:
es küsst dem GrosPapa und der tante die Hände.
Nun wegen dem Varesco. – der Plan gefällt mir ganz
gut; – Nun muß ich gleich mit dem graf Rosenberg
sprechen, um dem Poeten die belohnung zu versichern. –
daß aber Hr: varesco an dem incontro der opera zweifelt,
finde ich sehr beleidigend für mich. – daß kan ich ihm ver=
sichern daß sein Buch gewis nicht gefällt, wen die Musique
nicht gut ist. – die Musique ist also die Haubtsache beÿ der
opera; – und wen es also gefallen soll |: und er folglich be=
lohnung hoffen will :| so muß er mir sachen verändern und
umschmelzen so viel und oft ich will, und nicht seinem
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kopfe zu folgen, der nicht die geringste Practic und theater=
kentnüss hat. – sie könen ihm imer merken lassen, daß
eben in der haubtsache nicht viel daran gelegen ist, ob er
die Oper machen will oder nicht. – den Plan weis ich nun; –
und folglich kans mir ein anderer so gut machen als er;
und überdies erwarte ich heute 4 der Neuesten und besten
opern bücheln von Italien, worunter doch eines seÿn wird,
welches gut ist. – mithin hat es zeit. – Nun muß ich schlüssen,
Meine kindbetterin und ich küssen ihnen besten vatter 1000l
die hände, und umarmen unsre liebe schwester vom herzen,
und sind Ewig dero

Hr. von gilowskÿ lässt sich beÿder=
seits empfehlen, und lässt sich
beÿ seinen vatter und schwester
bedanken, daß sie ihm gar nicht
schreiben, da sie doch wissen           Gehorsamste kinder
daß er krank am fieber ist.                W: A: et C: Mozart mp