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Viene ce 12
de Mars
Mon trés cher Pére!
1783
Ich hoffe sie werden sich keine Sorgen gemacht haben, sondern
die ursache meines Stillschweigens sich eingebildet haben,
welche war, daß ich, da ich nicht gewis wissen ko
nte, wie lange
sie sich in München aufhalten werden, folglich nicht wusste wohin
ich schreiben sollte, es also auf itzo gesparrt habe, da ich
nun sicher vermuthen ka
n, daß sie mein brief in Salzburg
treffen wird. – Gestern hat meine schwägerin
Lange
ihre
academie im theater gehalten, wori
n ich auch ein
Concert gespielt habe. – das theater war sehr voll;
und ich wurde auf eine so schöne art von dem hiesigen
Publicum wieder empfangen, daß ich ein wahres vergnügen
darüber haben muß. – ich war schon weg. – man hörte
aber nicht auf zu klatschen – und ich musste das
Rondeau
repetiren; – es war ein ordentlicher Plazregen. – das
ist eine gute ankündigung für meine
academie welche
ich so
ntags den 23:
t März geben werde. – Ich gab auch
meine
Sinfonie vom Concert Spirituel dazu. –
Meine
schwägerin sang die
Aria Non sò d'onde viene –
Gluck
hatte die
loge neben der
Langischen, wori
n auch
meine
frau war. – er ko
nte die
sinfonie und die
aria nicht
genug loben, und lud uns auf künftigen So
ntag
DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
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[S. 2]


alle vier zum speisen ein. – daß die teutsche
opera noch
bleiben soll, ka
n seÿn, allein man weis nichts davon: –
das ist sicher, daß
fischer in 8 tägen nach Paris geht.
wegen den
oboe Concert vom
Ram bitte ich sie recht sehr,
und recht bald; – mit dieser gelegenheit kö
nten sie
mir wohl noch was mitschicken. – zum beÿspiell; meine
Messen in
Partitur – meine 2
Vespern in
Partitur –
daß ist alles nur, um es dem
B: van suiten hören zu
lassen. – er singt den
Discant, ich den alt | und spielle
zugleich :|
Starzer den
tenor – der Junge
teÿber aus
italien den
Bass. – und unterdessen das
tres sunt
vom
Haÿdn – bis sie mir was anders von ihm schicken
kö
nen; – das
Lauda Sion möchte gar zu gerne hören
lassen. – das
tres sunt muß von
meiner hand
in
Partitur geschrieben da seÿn. – die
fuge in te
Domine speravi, hat allen beÿfall erhalten, wie auch
das
Ave maria, und
tenebræ p: – ich bitte sie erfreuen
sie unsere So
ntägliche
Musicalische übung
bald mit etwas.
– wir haben am fasching Mo
ntag unsere
Compagnie
masquerade auf der
Redoute aufgeführt. – sie bestund
in einer
Pantomime, welche eben die halbe stunde,
da ausgesezt wird, ausfüllte. –
Meine schwägerin
war die
Colombine, ich der
Harlequin,
Mein schwager
der
Piero, ein alter tanzmeister |
Merk | der
Pantalon.
ein Maler (
grassi) der
Dottore. –
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die Erfindung der
Pantomime, und die Musick dazu war beÿdes von mir.
– der tanzmeister Merk hatte die güte uns abzurichten; und ich sag
es ihnen wir spielten recht artig. – hier leg ich ihnen die ankündigung
davon beÿ, welche eine
masque als kleperPost gekleidet den
masquen
austheilte. – die Verse, we
n sie schon knittelverse sind, kö
nten
besser seÿn; das ist kein
Product von mir. – der schauspieller
Müller
hat sie geschmiert. – Nun muß ich schlüssen, weil ich in eine
academie zum
graf Esterhazy muß. – leben sie indessen
wohl – ich bitte vergessen sie die
Musique nicht. –
Meine frau
und ich küssen ihnen 1000mal die hände und umarmen unsre
liebe
schwester von herzen, und bin Ewig
dero gehorsamster Sohn
W: A: et C: Mozart mp
DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
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Von Wien
À
Monsieur
Monsieur Leopold de Mozart
maitre de la Chapelle de S: A: R:
L'archeveque de et à
Salzbourg.
1783
12 Merz
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