[S. 1]


Mon tres cher Fils! Salzb
ς: dς 11 Je
ner 1781
Das ist ein
Comœdie mit des Hofmarschalls Hochzeit! Auf 2 Briefe
des altς
Arco blieb der
general dabeÿ Sie nicht herzugebς: nun
aber musste er das Testament des Alten in Betracht nehmen, der
ihm damit drohete, daß er ihms wollte entgeltς lassς; und das
würde der aigensi
nige Steinharte alte auch thun, – ganz gewiß!
Nun überlässt es der
General dem Gewissς des altς
arco,
und so bleibt die Hochzeit wiedς richtig: die
freul: Mimi und
der
gr. Lodron sein vetter, dem das
Majorat versprochς war, sind
in Verzweiflung und verwünschς diese Hayrath, die ganze
Noblesse und alle Welt haltς sich darüber auf, und der gute Hof=
marschall wird unter dem
arcoischς Joch einige Jahre früher in
die Ewigkeit gehς. Künftige woche, dienstag odς Mittwoch werdς
die 2
Barisani nach Münchς abgehς; es würde freilich nicht geschehς
seÿn, we
n Fr: von
Robini sie nicht eingeladς hätte und sie nicht
alda verpflegte: die freul: Tresel sagte es uns heute morgens, da
sie beÿ uns war. Sie kö
nς also doch die
opera beÿ dς
Hauptprobe
und
Montags, folglich
2 mahl hörς. – Wir gedencken
den 18tς
am
donerstage hier abzugehς und dς 19
tς freÿtags einzutreffς.
noch habe ich mich aber nicht gemeldet.
Montags dς 15tς hoffe dir
das gewisse schreibς zu kö
nς. We
n der Erzbischof nach Wie
n gehet,
weis man noch nicht die besti
mte zeit, vermuthlich weil er
es, wie gewöhnlich, selbst nicht weis. vorgestern ist seine Frau
Schwester mit ihrem Gemahl Graf von Trautmanstorf dem Chur=
Böhmischς Gesandtς wiedς nach Regenspurg zurückgereiset, folglich
auch sein
Secretaire h
ς: Anton Mölk mit ihnς.
Gestern war die
Kleidervertheilung nach dem Testament der seel:
Gräfin im Pallast vorgeno
mς. der Ca
merdiener hat alle Wäsche
und die meistς Kleidς des seel: gr:
Sigmund beko
mς. allen im Hause
hat sie mit etwas gedacht. der
præceptor Bullinger erhielt
DOM=
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U.
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1881
[S. 2]


des gr:
Sigerl Wildschur:
vielleicht Trägt es mein Rücke nach
Geld genug
München, – – wen ich nur Gled glnhg hätte, mit meinem
Pelz darf ich in nicht
Plez dmri fcu fn Münchς
nfcut erscheinς. – –
Heute um 9 uhr sind
die acht schönς Schwarzscheckς nach Wie
n ab=
gegangς. 6 warς in eine
chaise, mit
dem Controleur und einem
Koch, eingespannt, versteht sich die
Schecken nicht die Menschς auch:
und 2 wurdς nachgeführt, odς hinten darein gerittς, wie es beliebt.
der
Cassel geht, wie höre, als Ca
merPortier mit, und vielleicht lässt er
den
Ceccarelli und
Brunetti nachko
mς. das mag dem
Ceccarelli nicht
schmecken, de
n er sagte mir er wollte unterdessς nach Insprugg,
und da
n nach Venedig reisen. 2 LeibCa
merdiener gehς mit.
2 lauffer und
2 Hayduckς,
2 Köche p: – und von
Cavallierς
niemand als der oberst
Küchenmeister gr. Arco. – so ist es itzt,
vielleicht morgς – und abermahl morgς anderst, – de
n, we
n er
geht, weis er gewiß selbst noch nicht: – unterdessς sehe ich dς Sache
stillschweigend zu, – und richte mich darnach. Ich erwarte morgς
mit der Post odς vielleicht heute mit dem Postwagς von dir einς Brief.
wegς dem
Ofen fiel mir ein, daß es vielleicht nicht nötig seÿn
würde einς zu setzς. Kö
nte de
n nicht ein Bett im Zi
mer stehς,
wo du geschriebς hast? und 2 sind ohnehin in der
alcofe. ich weis
freilich den Platz nicht. Man ka
n nicht alle Beque
mlichkeit habς,
absondςlich auf kurze zeit: und wir werdς ohnehin wenig zu hause
seÿn. Ich und deine Schwester kö
nς in der
alcofe schlaffς, und
du heraus. Man ka
n ja doch auch wohnς wie Zigeuner und
Soldatς: das ist uns ebς ja nichts neues; sind wir de
n zu hause? –
we
n wir nur
zu Hause, odς in
dς Nähe etwas zu fressen beko
mς. –
Nun also, mache, wie es seÿn ka
n. Neues weis ich nichts mehr,
und daß wir dich beÿde Küssen ist was altes, eben so, daß ich
bin dein redlicher alter Vatter
L Mozart
mp
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1881
[S. 3]


Den
Fiala hab nicht gesehς, – weis also nicht ob er Erlaubniß
zu reisς
itzt erhaltς hat. Ich vermuthe dς Erzb
ς: wird sagς
er soll wartς, bis er nach Wie
n gegangς, und da
n reisς.
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[S. 4]


À Monsieur
Monsieur Wolfgang Amadé
Mozart Maître de Musique
à
Franco
Munic
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