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                                                                                        Munic ce 13 Novembe 1780.
                        Mon trés cher Pére!

In der grösten Eÿle schreibe ich, den ich bin noch nicht angezogen, und muß zum
Graf Seeau, Canabich, Quaglio, und Le grand der Balletmeister speisen
auch dort, um das Nöthige wegen der Opera zu verabreden. –
Gestern habe ich mit Canabich beÿ der Gräfin Baumgarten gespeist, eine
gebohrne lerchenfeld – mein freund ist alles in diesen hauß, und
ich nun also auch – das ist das beste und Nützlichste hauß hier für
mich. durch dieses ist auch alles wegen meiner gegangen, und wird –
– wills Gott, noch gehen. Sie ist die welche einen fuchsschwanz im Arsch
stecken hat, und eine spitzige Uhrkette an ohr hangen, und einen
schönen Ring, ich habe ihn selbst gesehen, und soll der tod über mich
komen, ich unglücklicher Man ohne Nase. sapienti pauca.
Nun muß ich mich anziehen – Nun also das Nothwendigste, und zwar
der Hauptzweck dieses briefes, ist ihnen, mein liebster, bester vatter
alles erdenckliche – zu ihrem Nahmenstage anzuwünschen – Ich Empfehle
mich ferners in der vätterliche liebe, und versichere Sie meines Ewigen
gehorsames – – die gräfin La Rosèe empfehlt sich ihnen und meiner
schwester – das ganze Canebichische, und dopelte Wendlingische hauß,
Ram, Eck vatter und Sohn, Becckè und der hς: del prato + + + der
eben beÿ mir ist + + + gestern hat mich graf Seeau beÿ s: D:
dem Churfürsten vorgestellt, er war sehr gnädig mit mir.
wen sie itzt dem graf Seeau sprechen sollten, so würden Sie ihn nicht

das 2:te Duetto bleibt ganz weg – und zwar mit mehr Nutzn als schaden für die opera;
den, sie sehen wohl, wen sie die scene überlesen daß die scene durch eine aria oder Duetto
matt und kalt wird – und für die andς acteurs, die so hir stehn müssen sehr
genant ist – und überdiß würde der großmüthige kampf zwischen Ilia und Idamante zu
lange, und folglich sein ganzen Werth verlieren.
Die unterstrichenen Zeilen sind Chiffresprache und bedeuten nur: Favoritin (des Kurfürsten).

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mehr kenen, so ganz haben ihn die hς: Manheimer umgekehrt. –
apropós! Neulich vergaß ich zu schreiben, daß hς: Wegscheider
anstatt 120 nur 118 fl. geschickt hat, mithin Mr: Gandville
mir noch keine förmliche Quittung geben konte, er wird ihm aber ver=
muthlich darüber geschrieben haben – Mad.me de Fosman und ihre
schwester lässt sich der Mad.me Maresquelle schönstens empfehlen.
ihre Mutter auch. – hς: Baron Götz empfiehlt sich hς: v: gi=
lofskÿ, und Berantzkÿ bestens – ein liebenswürdiger Man! – 
Nun aber – obwohl ich noch sehr viel zu schreiben hätte, muß ich schliessen.
Ich küsse ihn 1000mal die hände, und meine schwester umarme ich
von herzen und bin Ewig

                                Mon trés cher Pére

die Mara hat gar nicht das glück gehabt
mir zu gefallen – sie macht zu wenig
um einer Bastardina gleich zu komen –
(: den, dies ist ihr fach; – ) und macht zu      dero gehorsamster Sohn
viel – um das herz zu rühren wie eine         Wolf: Amd: Mozart mp
Weber – oder, eine vernünftige Sängerin –

Ich sollte zwar ex comissione
S: E: eine förmliche ant=
wort in dessen Namen
an hς: Abbate Varesco
schreiben – allein ich habe
nicht Zeit, und bin zum
secretaire gar nicht gebohren.
– im Ersten Ackt scena
VIII. hat hς. Quaglio den
nemlichen Einwurf gemacht
den wir gleich anfangs machten.
nemlich daß es sich nicht
schicke, das der könig
ganz allein zu schiff
seÿe – – glaubt der hς:
Abbè daß man ihn in den
gräülichen sturm von Jederman
verlassen, ohne schiff, ganz
allein in gröster gefahr
schwimend sich so ver=
nünftig vorstellen kan,
so mag alles so bleiben,
aber NB: ohne schiff, den,
im schiff kan er allein
nicht seÿn – widrigen-
falls müssen etwelche
generals, vertraute von
ihm |: Comparsen :| mit
ihm aus=steigen, dan
muß aber der könig nur
noch etwelche Worte zu
seinen leuten zu sagen #

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      gehört zu No 69
         München 13. November 1780.

P: S: an alle gute freünde und fredin mein Empf:
apropós; graf Seeau hätte lust, |: weil man hier so schlecht übersetzt :|
auch die opera in Salzburg traduiren zu lassen. – Nur die Arien
in versen. – ich sollte ein Contract machen. da würde alsdan
die bezahlung für den Poeten und übersetzer zu gleicher zeit
entrichtet werden. geben sie mir bald antwort darauf.
                        Adieu.
                                           Adieu.     
# Wie wird das etc:

                                                            Sind sie gut etc.

#
 
Wie wird das
 
                                                            Ist meine Schwester etc:

[... (Textverlust) da]s familiengemälde? – –
                          * Dießes gehört

[... (Textverlust)] getroffen? –
Sind sie gut getroffen?
 
                             dahin wo man das

        Ist meine Schwester
[... (Textverlust)]wester auch schon angefangen? –
  Loch siehet.

Die opera wird erst den 20:t Jener das erstemal gegeben werden.
haben Sie doch die güte und schicken mir die 2 sparten von den
Messen die ich mit habe – und die Messe aus dem B auch.
den graf Seeau wird nächstens dem Churfürsten etwas davon
sagen – ich möchte daß man mich in diesem stÿl auch kenen
lernte. – Ich habe erst eine Messe von Grua gehört –
von dieser gattung kan man leicht täglich ein halb duzend Componiren.
wen ich gewust hätte daß dieser Castrat so schlecht ist, ich hätte in der
that den Ceccarelli recomandirt

# nemlich daß sie ihn allein lassen sollten – welches, in der
trauerigen situation: da er dermalen ist, ganz Natürlich ist.
apropòs: die Aria für Mad:me Wendling werde ich Ja doch
bald bekomen? –

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À
Monsieur
Monsieur Leopold Mozart
maitre de la Chapelle de S: A: R:
l'Archeveque de et à

Beschauet.
              Salzbourg.

Duetto
Deh soffri in pace ò cara

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