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Mein Liebes Weib! und mein Lieber Sohn!                   
18.
                  Salzbς dς 17 Nov:
                                                                                                                     1777

Erst heute dς 17 erhalte euern Brief vom 8, er ist also zu späth auf die Post gekomς,
oder liegς geblieben. Ich danke für den Glückwunsch beÿdς und wünsche euch beÿden gute
Gesundheit und Glück, und daß wir einandς mit Vergnügς wiedς sehς. – – und sollte es
beÿ einem Glas Rheinwein seÿn! wer deinς Glückwunsch, und diese meine Antwort
lieset, würde glaubς, wir hättς beständig ein gutes Glas Wein in Händς: weil so Herz=
lich vom Rheinweine gesprochς wird. unterdessς werdet ihr meine Briefe vom
3ten, vom 6, vom 10, und 13 erhaltς habς. Im letzten war ich ein bischς übles
Humors, weil ich keinς Brief von euch erhielt. Ich schrieb meine Gedanken wegς Manheim,
vielleicht komς sie zu späth. – dein Brief vom 8, auf den ich dir itzt antworte,
giebt mir zwar einige Hofnung, weil 
#
 dh Glelglnulft amot aft dla Cuhriftln
zh rldln, hnd mhcu, wlnn lo nstuwlndfg fot, mhdflnz blksaln kmnot.
wan du nur ein halbes Jahr da bleibς kanst, um
 dfcu fn meela zh zlfgln,
os bfot dh mucu glwfo mhiglnsaaln. – – und wen so
ocuelcute srgm=
nfotln da sind
? – hast du dan nicht auch
~
 srgln gespielt? – –
Meine liebe Hausfrau beklagt sich, daß sie niemals, als nur zu nachts schreibς
könntς. das glaube auch, und weis es gar zu wohl, wie es auf reisen geht, ab=
sonderlich wen man einς Brief auf einmahl, dort wens seÿn muß, schreibς will.
wen man aber alle Abend, so wie es dς Wolfgς: zu Hause machte, das hin=
schreibt, was denselbς tag vorgegangς; und das ganz kurz! so darf man am
Post=tag nur den Schluß machς, und alles ist geschriebς. Nimt mirs nicht übl,
meine liebe Leute: was habς dan ich und die Nanerl itzt für eine Freude in Salzbς:
als – – die Post=täge? – – sagt es mir! – – Ich bin nun ohnehin niemals sicher
ob euch ein Brief am nämlichς Orte antrifft. Wir sind sehr entfernt, und ich
                                                                                  Mannheim
glaube wünschς zu könς und zu därffς, daß du in Mmnulfa bleibς könntest.
Basta! Gott wird euch und uns alle den Weeg seiner heiligstς Vorsehung führς!
Am Samstag ist hς: Martinelli in dς frühe um 5 uhr in die Ewigkeit gegangς,
er lag schon einige zeit; das Podagra ist ihm in Magς gekomς. Gestern ist er
begrabς wordς. – – Heute montags dς 17 ist die Hochzeit des hς Strassers mit
der Apotς: Tresl: in der Gnigl war die Copulation; die tafl aber beÿm Eyzen=
berger. Meissner ist Menuett=Musiquedirector. hς: Adlgasser und die
Viktorl waren eingeladς, weil nur die nächstς Freunde und ohnvermeidlichς Personς
geladς werdς, deren ohnehin viel sind. darüber aber die Fr: Adlgasserin fast närrisch
gewordς, weil sie nur zum Tanz eingeladς wurde. Sie weinte beÿ allς Leutς über
den affront, den man ihr erwiese, indem sie NB im drittς grad befreund wäre.
ò du Esel! und trieb es durch so viele täge, bis der Man, die Solene brat=
wurst
! sich entschloß, sie statt seiner zur Mahlzeit zu schickς.
da wird sie nun lange weile habς, odς zum besten gehabt werdς, dan die ganze
Statt weis den Spass, hς: HofRath Gilowsky ist Brautführer, und
     # du Gelegenheit hast, mit dem Kurfürsten zu reden, und auch, wenn es nothwendig ist, Audienz bekommen kannst.
† um dich in Allem zu zeigen, so bist du gewiß aufgenommen ‡ schlechte Organisten ~ Orgel

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1881
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das freulein v Dowrawaik zukünftige Schiedenhofς ist Kranzlfreulein.
der zweyte Brautführer Franz v Gilowsky und eine Strasserjungfer.
Fr. v Barisani und Freuς: Louis v Rubini komς auch auf die Hochzeit, und
auf die Nacht der ganze HofRath, und alles was sich vom wildς Adl dazu
schlagς kan pp: das mag ein ziemliches Gedränge werdς! – –
Gestern war bestgeber beÿm Schüssς hς: Wolfgς: Mozart. die Scheibe war
allerliebst. Eine Augspurgerin stand rechter Hand und praesentirte einem
jungen Menschς, der Stifl anhatte und Reisefertig war, einen Reise=buschς,
in der andern hand hatte sie ein erstaunlich auf dem Bodς nachschleppendes
Leinlach, womit sie die weinende Augς abtrocknete. der Chappeau hatte
auch ein dergleichς Leinlach, that das nemliche, und hielt in der andς
Hand seinς Hut. auf dem das Centrς war, weil es leichter zu sehen
war als der Reisebusch. Oben stand geschriebς:

     Adieu mein Jungfer Baas! – – – Adieu mein lieber Vetter!
     Ich wünsch zur Reise Glück, Gesundheit, schönes Wetter:
     Wir haben 14 Täg recht fröhlich hingebracht;
     das ists, was beyderseits den Abschied traurig macht.
     Verhasstes Schicksaal! – – ach! – – ich sah sie kaum erscheinen;
     So sind sie wieder weg! – – wer sollte nun nicht weinen? – –

Das beste gewan Herr Zahlmeister. Es war ein abscheuliches Wetter, wir bliebς dan
zu Hause, und spieltς mit der Gilowsky Catherl und Cajetan Andretter |: die sich empfehlς :|
bis nach 5 uhr. – – den übrigen abend brachten wir Zweÿ wie gewöhnlich mit
einander beÿm Clavier zu. – wir sind täglich alleine; und wen wir dießen Winter
so fortmachen, so wird die Nanerl alles accompagnierς, es mag beziffert oder
ohnbeziffert – es mag die leichteste oder allerschwereste Tonart seÿn, und es mögς
die allerunvermuthestς ausweichungς vorkomς; dan in diesem Stück hat sie in deinς
Compositionen Gelegenheit genug sich zu üben: und wir wehlen imer das schwereste
und sondςheitl: die Stücke in C, F, &c: mit der 3minor die wir oft zur
übung vornehmς.
Hier ist ein grosser Lermς unter der Kaufmanschaft wegς der neuς Steuer.
Die Pfleger habς, wegς den Bauern, bereits ihre Berichte eingeschickt. Man
wuste aber nicht wie mans in der Statt angreiffς sollte. Und wer sollte
diese Comission übernehmς? Nun gab mans dem Baron Rheling. – itzt hat
der Burgermeister die Kaufleute schon 2 mahl zusamgeruffς um eine Unter=
redung zu haltς. – – Sie sagς – sie gebς ohnehin – manche – zu viel, und bleibς
vest darauf. Vor 2 Tag sprach hς: Triendl beÿ unserm Hause abends beÿ
einer Stunde mit mir. Er ist erstaunlich aufgebracht! das weitere stehet
nun zu erwartς. – – Wegen dem hς: Hagenauer Architect ist nun die

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Sache auch in Bewegung, er will fort, und der Fürst sucht ihn imer mit allerhand arbeitς
und schmeicheleÿς aufzuhaltς, und kein Entschluß komt zum Vorschein. Beÿ solchς
Gelegenheitς, bin ich allzeit frohe, daß du aus diesen Verdrussς hinaus bist. du hast
wohl recht, daß ich die grösten Verdruss wegς der niederträchtigen Begegnungς, die du
erduldς müssen, empfundς habe; das ware es, was mir das Herz abnagte, was
mich nicht schlaffς ließ, was mir imer in Gedankς lag, und mich am Ende ver=
zehren muste. – Mein lieber Sohn, wen du glüklich bist, so bin ich, so ist
deine Mutter, so ist deine Schwester, so sind wir alle Glücklich. Und das hoffe
ich von der Gnade Gottes, und durch das Vertrauen, so ich in deine vernünftige
Auffürung setze. – – Wir sind, Gott seÿ gedankt, gesund; ihr hoffe seyd es auch,
und dan ist alles gut. was seÿn will, und seÿn soll, wird geschehς; genug wen


man das seinige nach der gesundς Vernunft dazu beyträgt. ich meines The[ils]
werde niemals ablassς für das Wohl meiner Kinder zu sorgς, so viel ich kan,
das, was ich kan ihnς zu sagς, zu Lehren, und so lang alle Mühe für sie an=
zuwendς, so, wie ichs bisher gethan, bis ich sterbe, als der
                                                                                     alte getreue Man und
                                                                                                    Vatter Mozart mp
Hς: Francesco v Barisani sitzt nebς mir, und empfehlt sich beyderseits.
dfl nmth"refculn kfndlr dlo Cuhrifrotln, ks"nnln lfn geh"ckefculr uaotmnd
oh"r dfcu olfn.
                      (Die natürlichen Kinder des Churfürsten, können ein glücklicher Umstand
                                                       für dich seyn.)
info
ich küsse der mama die hände und dich umahrme ich, mich freÿet es das sie
beyde gesund sind. wir sind auch gott seÿ dankt gesund. der pimperl
welcher ganz gesund und lustig ist legt sich zu beÿderseits zu füssen
und Tresel darzu. Eberlin waberl, adlgasserischen, Hagenauerischen,
gilovsky katerl, Andretterischen, bawanzkÿ und ganz salzburg
läst sich beÿderseits empfehlen.
info
Liebster Wolfgang! lassen Sie ihnen den RheinWein recht wohl
schmecken; trinken Sie meine Gesundheit. Ich denke wohl Tausendmal
an Sie, und nehme an allem, was Ihnen begegnet, den lebhaftesten Antheil.
bleiben Sie auch in der Ferne mein Freund, und sagen
Sie ihrer besten Mama alles erdenkliche Schöne von mir.    Ihr Freund Jos.
Bullinger

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Frcoaugς
 À Monsieur
Monsieur Wolfgang Amadé
Mozart Maître de Musique
                 à

im Pfälzischen       Manheim
     Hofe.

N: 17 18.

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