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12.
vor 29 okt 1777
Meine Liebste
Mama
27 okt. 1777.
und bruder.
gar keinen brief! da wir uns gehofet zu erfahren, wie das
concert
ausgefahlen ist. wir hoffen das sie beÿde gesund sind. wir befinden
uns gott lob gesund. gestern war
das schüssen beÿ uns die
mama war
bestgeberin. der
papa hat es gewohnen. auf das nächste giebt es hr:
brix, dessen
cassierin ich auch geworden bin, weil
mademoiselle salerl,
nicht mehr kö
mt, und er beÿ uns war und mich darum gebetten hat.
er läst sich beÿderseits empfehlen, und bedauert sehr deine abwesenheit.
hr deibl war beÿ uns um dir zu
gratulieren und hat uns gebetten es
dir zu schreiben. wie
auch Junf:
eberlin waberl: die frl: v: schidenhofen
ist Jtzt herab gezogen wo ihr bruder war, und er hinauf, ein zeichen
das es auf das heirathen Losgehet.
meine Liebe
mama hat zu mir gesagt ehe sie fortgereist ist, in ihrem
grossen kasten in ka
merl werde ich eine leinwand finden zu dem
Rok futtern dem ich mir abnähen will. und ich finde sie nicht.
ist sie eine neue oder alte leinwand? oder vielleicht ein altes leinduch,
ich bitte schreibe die mama mir es, wie auch finde ich nicht das baum=
wohl garn in schleicherln zu strimpf anstriken.
NB, in Kneilen hat sie glaub ich eins gefundς.
ein durch Reisender
castrat hat sich gestern beÿ Hoff hören lassen,
der
papa war drinn und hat ihn gehört, er hat ihm aber nicht besonders
gefahlen, er hat ein sti
me ein wenig durch die nase und ein langer
mensch ein langs gesicht und niedre stirne. er singt doch weit besser
als die
Madame duschek,
NB: der Erzbischoff hat es gesagt.
INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881
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vielleicht nimt ihn der Erzbischoff auf, weil ihm der
signor casseli nicht kö
mt
da er ihm doch 2000 Gulden angetragen hat, aber den
carnavall
nicht freÿ. sonst weiß ich nichts neues, wir hoffen bald was von ihnen
zu hören.
a propos vergiß die scheibe nicht. ich küsse der
mama die hände
und wünsche beÿden gesundheit und das es ihnen möchte gut gehen
ich bin
Monsieur abeè bulinger läst deine aufrichtige schwester
sich beÿderseits empfehlen.
Marie Anne Mozart.

Niemals ist es nothwendiger zu schreibς, als we
n man einς Ort zu verlassς gedenket, und solltς es auch
nur 2 Zeilen seÿn: wir zweifeltς heute gar nicht einς Brief zu erhaltς. und de
noch nichts! seyd ihr
fort, so hätte es mein Bruder schreibς sollς odς könnς. Ihr seyd doch dari
ne sehr glücklich, weil ihr
das schönste Wetter habt. Heute dς 27
tς habς wir den allerschönstς warmς Tag. des
Castrattς Nahmς
weis ich noch nicht. aber ich bemerke |: so wie du mich ke
nest :| daß ihm
Rust in der Geheim
geschriebς, daß er es wagς sollte auf eine Prob zu ko
mς: de
n er lobt ihn und giebt ihm allς
erstaunlichen Vorschub. Er singt ein wenig aus der Nase und einige Töne in Hals, die Sti
me
ist nicht gar stark; we
n er nicht viel kostet, ist er gut genug! der
Choralist Egger ist
gestorbς, statt seiner wird wohl
Hofstetter als Tenorist zur hl. dreÿfalltigkeit ko
mς.
Beÿ andςς Postä
mtern müst ihr allzeit einς Zettl lassς, damit man die Briefe nachschickς
ka
n, sonst sind sie verlohrς. dieser ist der 3
te Brief den ich an meinς Brudς einschlüsse.
das Briefp
aquet so zum Lambwirth
addressiert mit den
Spartς vom Eberlin
p: wirst du wohl
erhaltς habς. we
n ihr gesund seyd ist alles recht. Gott erhalte euch! Die liebe Ma
ma hat
letzlich gar nichts hineingeschriebς – Ich hoffe die Bewegung dς Reise wird ihr Gesund seÿn.
hat sie sich in Augsp
ς: mit keinς filzschuς versehς? Ihre Hosen hat sie auch hier vergessς. --
Ich bin halt krank gewesen, sonst hätte für 100 Sachς gesorgt. Euerς wagς, sondςheitl: die Rädς
müst ihr fleisig
Visitierς, und, weils seltς regnet, oft nassmachς lassς. Einς
vorräthigς
Lohner solltet ihr auch habς, de
n sollte unterweegs einer verlohrς werdς,
so sitzt man
im dreck! und dieß ka
n in einem Augenblick geschehς, de
n itzt ko
mς schlechte weege.
Gehet nur
nicht viel in die Nacht hinein; lieber in der Frühe beÿ zeitς, und we
n ihr
es vermeiden kennt, so sagt niemals in den Wirtshäusern,
wohin, und
wan ihr reiset:
INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881
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manchmal hört es ein schlechter Kerl, und macht Gebrauch davon. Nun will ich
schüssς, euch millionmahl Kissς, und unter dem ewigς Wunsch beÿ euch zu seyn
euch aus Herzensgrund versichern daß ich bis in todt bin
Euer alter
Ma
n und Vatter
Leopold Mozart.
Ich muß dir sagς, daß die Na
nerl
im Hauswesen in allem erstaunlich fleisig, arbeitsa
m
und aufmerksa
m auf alles ist, und sie spielt, so oft sie ka
n, und
accom=
pagniert recht gut. täglich abends sind 2 bis 2
1⁄2 Stund wenigst unsre übungs=
zeit.
addio!
INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881
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A Monsieur
Monsieur le chevalier Wolfgang
Amadé Mozart Maître de
Musique
à
N.° 11 12.
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STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881