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                                                                        Wien den 21 augς:
                                                                                            1773.

Ein guter freund des hς: Fischers hat ihn und uns eingeladς nach
Baden zu komς, weil wir nun das Badnerbad niemals gesehς, so
speisen wir heute beÿ hς: Fischer und fahrς nach dem Mittagessς nach
badς, und morgς Sontag abends gehς wir wieder nach Hause.
Wir habς 2 wagς, in einem fährt hς: fischer, seine Frau, und wir
zween; im andςς fahrt hς: Taiber mit seiner Familie.
Heute frühe ist hς: Ganeval, wie vernehme, nach Salzbς: abgereiset.
letztς Posttag hab ich nicht geschriebς, dan wir hattς eine grosse Musik
auf der Landstrasse im Garten. Die freul: Franzl ist nun das
zweÿte mahl recitiv gewordς, und hat sich abermahl erhollt.
es ist zum erstaunς, daß sie, so vieles Aderlassς, Medicinς und
Vesicatoriς, fraÿsen, ohnmachtς p: ausstehς kan, da sie nichts
als haut und Beine hat. Allein, du weist es schon, wie es zugehet,
diese Leute haltς sich gar nicht. die Md:ssle Seperl ist noch
imer die alte Schnadergans. hς: v Heufeld und Brean komς, sondςheitl:
der erste, nicht mehr so oft hinaus. hς: Grill öfter.
Alle Empflς: sich. hς: v Messmer Bauet untς 3 neue Zimer, um im
Winter unten zu wohnς, weil oben erstaunlich Holz verbrent wird,

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und denoch die Zimer niemals warm werdς. du wirst letztς Posttag
nicht geschriebς habς, weil keinς Brief erhaltς; heute sind die Briefe auch
noch nicht da. die Fr: Leutgebin hab seit der Zeit nicht mehr gesehς.
ihrer Sage nach wird sie morgς mit dem Postwagς abreisς; folglich habe
ich sicher geglaubt sie werde heute zu mir komς. wäre sie gekomς, so
hätte ihr das Waderl wiedς mitgegebς. Schreibe mir wen dς Erzbischof
wieder von Salzbς: abreiset. die hς: Salzburger habς imer auf einς
Medicum von Wien gewartet. – Es komt keiner. von diesen
und dergleichς Sachen wäre vieles zu sprechς. Wir empfehlς uns allς gutς
freundς und freundinς in und ausser dem Hause, kissen euch viel 100000mahl
und bin dein alter
                                                                         Mzt mp
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wen man die gunst der zeit betracht, und doch die hochachtung der sonne dabeÿ
gänzlich nicht vergist, so ist gewis, daß ich gott lob und danck gesund bin. der
zweÿte saz ist aber ganz verschieden, anstat sone, wollen wir sezen Monde
und anstat gunst, kunst, so wird ein Jeder der mit einen wenigen natürlichen
vernunft begabet ist, schliessen, daß ich ein narr bin, weil du meine schwester
bist. wie befindet sich die Miss bimbes? Ich bitte alles erdenckliches an sie
von mir auszurichten. Meine Empfehlungen an alle gutte freund und freün=
dinen. von hς: und fr: v: Mesmer, Prean, grill, saliet, steigentesch, stephani,
sepherl, frl: franzel
hab ich Empfehlungen auszurichten, an die mama
und an dich und an hς: v: schidenhofen. von M:r greibich den wir zu
Presburg zu erst kenten, und dan auch zu wien habe auch
alles erdenkliches aus zu richten, wie auch von ihro majestät der käiserin,
fr:au fischerin, fürst kaunitz.
                                                     oidda. – gnagflow Trazom.
                                                     neiw ned 12 tsugua 3771

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diesen augenblick habe deinς Brief erhaltς. Wen ich der fr: von Messmer ihre Umstände
gewust hätte, die, wie du weist, sehr zweÿfelhaft warς, so hätte ich euch könnς mit nehmς.
allein, die habe ich nicht wissς könς. dan ist dς umstand, erstlich, daß die Messmerischς
dich auf der Landstrasse, und die fr: fischer beÿ ihr habς wollte: und endlich wie würdς
wir zurück nach Hause komς? – – herab könntet ihr auf dem Wasser, und noch geschwindς mit
dem Postwagς, aber beschwerlich genug, fahrς. und wie hinauf? – – und was würde dieses in
Salzbς: für ein erstaunliches Aufsehς machς! du kannst versichert seÿn, daß es uns
und allς unsern gutς freundς in Wien ein grosses vergnügς wäre: allein itzt ist es
nicht mehr dς Mühe werth, und wir sind nicht in den Umständς grosse köstς auszuwendς;
hättς wir einiges Aussehς odς GeldEinahme gehabt, so hätte dir sicher geschriebς, daß du komς
sollst. Allein, es sind viele Sachen die man nicht schreibς kan. und über das muß man alles
verhindern, was einiges Aufsehς oder einigς argwohn so wohl hier NB, als in Salzbς: machς kan,
und welches Gelegenheit giebt Briegl unter die füsse zu werffς.


Wir wissen selbst nicht, wen wir abreisen. es kan geschehς gar bald, es kan aber sich
noch einige zeit verziehς. Es komt auf umstände an, die ich nicht benenς kan.
auf Ende Septembris sind wir ganz gewiß, wen Gott will, zu Hause.
die Sache wird, und muß sich ändern. Seyd getrost, lebts gesund!
Gott wird Helfen!
Sollte dς Erzbischς: lange ausbleibς, so eÿlς wir auch nicht nach Hause.

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À Madame
Madame Marie Ane
Mozart
à
Salzbourg.

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