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                                                                Bologna dς 21 augς: 1770.

Mein fuß ist, Gott Lob, vollkomς gut. wir sind noch auf dem Landgut alla
Croce del Biacco,
welches dem Comte Bolognetti zugehöret, und auf gewisse
Jahre hς: Gr: Pallavicini in Bestand hat. den 30 diss wird das Jährliche
grosse Fest seÿn, welches alle Jahr die Mitgliedς der Bolognς: Philarmonischς
Gesellschaft mit Vesper und Hochamt prächtigst haltς. das werdς wir hörς,
glaublich aber dan bald abreisen. wohin? – – das ist noch nicht völlig richtig.
entzwischς schreibe du allzeit auf Bologna, ich werde schon Anstalt machς, daß
ich die Briefe richtig erhalte. wen ich nach Pisa, LucaLivorno und Genua gehe,
so kome noch einmahl nach florenz. für den glückwunsch des hς: Dr: Agliardi
lasse mich bedankς und ihm nebst meiner Empfehl: sagς, daß es nur, wie hofe,
ein blindς Lerm und gar nicht ernst war; den ich habe es mit warmς über=
schlägς von Wasser, worinς ich flores Sambucci gesottς, vertriebς.
Die wenige wärme, so wir hier hattς, ist nach einem mit starkem Regen
begleitetς donerwetter verschwundς. den verflossenς 18 habe nicht schreibς
könnς, weil ich mit der Gräfin Exς: ausfahrς muste, und da wir späth
nach Hause kamς, warς die Briefe des hς: Feldmarschals schon in die Statt ge=
schicket. die Unglücke die in der Insul St: Domenico das grosse
Erdbebς angerichtet, wird euch allς aus den Zeitungς bekannt seÿn.
die hς: Kaufleute werdς wohl dadurch Gelegenheit nehmς mit dem Zuker
aufzuschlagς, weil die Zuckerplantagen aldort zugrunde gerichtet wordς.
Wir befindς uns, Gott Lob, beÿ feigς, Mellonen und andςς früchtς, die wir
sehr mässig essen, sehr wohl. Abends, etwa 2 stund vor Tische, essen wir
eine gewisse frucht, die niehmals, als in gemäldς, gesehς habe, und die einς
Geschmack wie Cuccumern hat, Es ist eine runde grosse frucht mit
einer grienς schaale wen es von einandς und in viele
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stücke verschnittς wird, so sieht es sehr gut aus, den es ist blass roth,
namlich das inere odς dς kern. man nent diese frucht angurie, auch
Cuccumern odς Kirbes, aber das sind die gutς und nicht die wildς
Kirbes. man isst sie mit Zucker und Zimet. Ich schlüsse, den
ich habe noch 2 briefe, nach Mayland und Rom, zu schreibς. Wir kissς
euch beÿde 1000 mahl und bin dein alter
                                                                      Mozart mp

unsere Empfς: an alle freunde und freundinς in und ausser dem Hause.
info
Ich bin auch noch lebendig, und zwar sehr lustig. heünt kam mir die
lust auf einen eesel zu reitten, dan in italien ist es der brauch, und
also habe ich gedacht, ich mus es doch auch probieren. wir haben die
ehre mit einen gewissen Domenicaner umzugehen, welcher für hei=
lig gehalten wird, ich zwar glauebe es nicht recht, dan er nimt
Zum frühstück oft Eine tassa ciocolata, gleich darauf ein guts glas
starcken spanischen wein, und ich habe selbsten die ehre gehabt
mit diesen heiligen zu speisen, welcher praf wein und auf
die lezt ein ganzes glas voll starcken wein beÿ der tafel
getruncken hat, zweÿ gutte schnitz melooni, sperschig, biern,
5 schallen Caffé, ein ganzes deller voll Vögeln, zweÿ volle
deller von milch mit lemonien; doch dieses könte er mit fleis
thun, aber ich glaube nicht, dan dieses wäre zu Viel, und aber er
nimt vielle sachen zur Jausen auf nachmittag. addio. lebe wohl:
küsse der mama an statt meiner die hände. an alle die mich können
mein Compliment.
                                                   wolfgang Mozart, 1770
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p: s:
wir sind bekant worden, mit einem gewissen teütschen domenicaner, welcher sich pater
Cantor nennt, er hatt mir gesagt, das ich ein Compliment an hς:
Hagenauer bildhauer solle von ihn nach salzbour schreiben, dan er sagte
mir, das, als er zu Bologna ware, er ihm allzeit beichtete. addio.

hς: Meuricoffre hat mir einς Befelch an euch beÿde überschriebς;
er hat uns gewiß vielle Höfl: in Neapl erwiesen; und schreibt
mir noch imer.
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À Madame
Madame Marie Anne
Mozart
           à
per Mantova.     Salzbourg

N:o 36 aus Bologna.

S.m. 8987

National-Bibliothek
Musik-
Samml.
Wien