[S. 1]


Bologna dς 24
Martij 1770
Heute sind wir in
Bologna angelangt, und auch dein letztes schreibς, so wir
auf der Post alda gefundς; weil es h
ς: Troger nebst einigς andςς Briefς, die uns
S
e:
Exς: Gr: Firmian nachgeschickt, dahin übermacht hat. wir sind Gott Lob, gesund,
und lebς der Hofnung, Gott werde uns gesund erhaltς. wir werdς über 4 täg nicht
hier verbleibς: eben so in Florenz etwa 5 odς 6 täg. folglich sind wir mit Gottes
Hilfe in der Charwoche längstens Dienstags odς Mittwochs in Rom, und sehen
sicher die
Functiones am Grünen Do
nerstag
p: p:
Ich habe von Parma aus an S:
e Ex: Obersthofmeister geschriebς, und mich
so wohl wegς dς Gnadς, die wir im
Firmianischς hause genossς, bedanket, als auch
gebettς S
r: hochf
ς: gdς zu hinterbringς, daß dς Wolfg
ς: die
opera in Mayland
schreibς solle, und um die Erlaubniß zu bittς. Heute habe von hier mit
dieser Post an S
e: Hochf
ς: gdς geschriebς, meinς gehors
ς: unterthstς Glück=
wunsch zum höchstς Wahltag abgelegt, und gleichfals wegς dς
opera um
die Erlaubniß gebettς. Erkundige dich demnach, ob diese beydς Briefe
richtig angelanget sind, odς nicht. Die
Scrittura, odς der schriftliche
Contract ist schon gemacht, und gegς einandς ausgewechselt. Es ko
mt
demnach nur auf die Erlaubniß S:
r Hf
ς: Gdς an. Der
Contract ist
im Graf
Firmianischς hause gemacht wordς, und beko
mς wir
100 Cigliati
und
freÿe Wohnung. die
opera fängt in den Weinachtfeÿrtagς
an. die
Recitativ müssς im
october nach Mayland geschickt werdς,
und den 1
Novembς: müssς wir in Mayland seÿn, daß der Wolfg
ς:
die
Arien schreibt. die
prima und 2
da Dona sind
La Sgra.
Gabrielli und ihre Schwester. der
Tenor ist
il Sgr: Ettore.
dermahl
il Cavaliere Ettore, weil er einς gewissς ordς
tragt. der
primo huomo und die übrigς sind noch nicht besti
mt, Es ka
n
seÿn, daß
Manzoli singt. die
Sgra Gabrielli ist in ganz Italien als
eine erstaunliche Hochmütige Närrin bekannt, die, nebst dem, daß sie all
ihr geld verschwendet die närrischeste Streiche macht. wir werdς sie auf dem
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1881
[S. 2]


Weege in Rom odς Neapel antreffen, sie ko
mt von Palermo; und
dann werdς wir sie wie eine Konigin ehren und recht hoch erheben,
mit diesem ka
n man sich in grosse Gnadς setzς. In Parma hat uns
die
Sgra Guari oder so genannte
Bastardina odς
Bastardella zum speisς
eingeladς, und hat uns 3
Arien gesungς. daß Sie bis ins
c Sopraacuto
solle hinauf singς, war mir nicht zu glaubς moglich: allein die ohrς habς mich
dessς überzeuget. die Passagen die der Wolfg
ς: aufgeschriebς, warς in ihrer
Arie, und diese sang sie zwar etwas stiller als die tiefern Töne: allein
so schön, wie ein
octavin pfeifς in einer Orgel. kurz! die triller und
alles machte sie so, wie es der wolfg
ς: hat
aufgeschriebς, es sind die näml: sachς von Notς
zu Notς. nebst dem hat sie eine gute alt tiefe bis ins
g. Sie ist nicht schön, doch
ebς auch nicht garstig, hat mit dς Augen zu zeitς einς wildς Blick, wie die
Leute, die der fraiß unterworffς sind, und hincket mit einem fuß. sonst hat sie
aber eine gute Aufführung, folglich einς gutς
Caracter und gutς Nahmς.
S
e:
Ex: Gr:
Firmian hat dem Wolfg
ς: eine
Tabattier in goldgefasst verehrt und
in derselbς 20
Cigliatj.
Wir habς die Saildanzer mit den Hundς in Mantua spielς sehς, und itzt sahς wir
sie in Parma.
Ich hab i
mer vergessς es zu schreibς, daß dς
primo Uomo von den welschen
comœdiantς, die in Salzb
ς. warς, mit dem
Seccatore in
Verona warς. Ich wuste
aber nichts davon. Sie ka
mς sehr späth in unser wirths
hauß ebς den abend
ehe wir von
Verona abreisetς, und zwar ebς, da ich den
Cameriere bezahlte.
der alte
Seccatore nahm, beÿ erblickung eines Salzb
ς: Duccattς, selbς in
die Hände und Küsste das
Portrait sagend:
daß ist mein vatter, der uns
grosse gnadς erwiesen p: Die
Prima Dona, des
Seccators frau, ist gestorbς,
und zwar in
Verona.
der h
ς: Troger schreibt uns heut, daß er vonn
Marcobruni benachrichtet wordς,
daß der h
ς Meisner in
Rom angelangt. wir hoffς ihn also alda zu sehς.
dieser
Abbate Marcobruni ist dςjenige, den du als
Collegiantς gut gekannt
hast. Er wird mir ein
privat quartier bestellς.
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[S. 3]


hier ist der theuerste Ort, den wir noch in Italiς angetroffς habς. Wir wohnς
freylich
dal Pelegrino, im bestς Wirtshause; habς aber auch die Ehre alle
tag einς
duccattς zu bezahlς. Es ist um so mehr alles hier gestiegς, weil
mehr volk in dς Statt ist als sonst vor einigς Jahrς. nur
Jesuittς sind
über 1000 der verjagtς hier. Lebet wohl! mich freut, daß die Na
nerl
fleisig ist. Singς soll sie aber mehr nicht, als sie glaubt, daß ihrer Brust nicht
schädlich ist. Meine Empf
ς: an alle freunde und freundinς. Wir Kissς euch
beÿde Millionmahl.
addio ich bin dein alter
Mzt
mp
Du schreibst vom h
ς: Wolf, aber nichts vom Schwarzkopf
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[S. 4]


À Madame
Madame Marie Ane Mozart
à
Salzbourg
N:o 14 aus Bologna.
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