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                                              Salzburg dς 20ten
                                                            7ber 1802.

     Hochedlgebohrn!
          Hochschätzbahrester Herr!

Ich habe bereits die 10 Heft note den Eigenthümer übergeben,
und die 29 fl: 42x dafür empfangen, auch solche wieder
auf meine Rechnung gesetzt, und wünschte nun bald das
abgängige 1te Heft zu bekomen, um solches bald zu
übergeben.
Mit nächsten Müncher Postwagen werde ich Ihnen
die vesper und das Magnificat von meinen Brudern
auch 2 Messen von Joseph und eine von Michael Haidn
überschiken, die zweÿ unterschriebenen Conti note von Hr:
Capelmeister, und meine vollkomene berechnung note von
den noch in Händen habenden Rest per 15 fl: 8 x und
der empfangenen 28 fl 21 x folgen auch mit. Sie sehen
hieraus, daß die Meß von Michael Haÿdn auf neue
Rechnung gehet.
Ich trug den Kopisten mit aller Schärfe auf, ja alles
correct zu copiren, gut wäre es freÿlich wenn Sie
die Sachen ehevor Sie solche drücken, probieren liessen.
ich wünsche von Herzen daß Sie zufrieden seÿn können.
Nun bitte zu melden, ob ich auch wohl alle Messen,
so ich bekomen kann von Joseph und Michael Haÿdn
abschreiben darf lassen? – solche in partitur setzen
zu lassen, wird hart seÿn können, da die sparten
davon nicht da sind, und von dem abgeschrieben zu=
samen setzen, eine schwere Arbeit für den Kopisten
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ist, da den augenblick Fehler können gemacht werden
und man muß dan auch den Bogen um vielles teurer
bezahlen, wollen Sie es aber doch in partitur gesetzt
haben, so schreiben Sie mir es bald, wenn ich wüsste
daß Hr: Michael Haÿdn nicht zu viel verlangte, so
sprechete ich ihm um die Sparten an, doch ich weis
nicht auf wie viel douceur note Sie sich einlassen. – –
so aber können Sie solche abgeschriebener ohne
Douceur zu geben, bekomen.
Es wird mir sehr angenehm seÿn, wenn ich wieder
durch Ihre Güte etwas Neues von den Werken
meines Bruders erhalte, ich wünschte nur, daß
meine Mühe so ich mir gebe, noch einige Ihnen
unbekannte Compositionen meines Bruders mit=
zutheilen nicht fruchtloß wäre, Hr: Capelmeister
sagte mir zwar, er wird nächsten eine Messe
von meinen Brudern von Wien erhalten, mir
das Anfangs Thema davon geben um es Ihnen
zu überschicken, diese können Sie also dann in
Abschrift bekomen. vielleicht bin ich doch mit der
Zeit so glücklich Ihnen mit Mittheilung einiger
Neuen compositionen bezeugen zu können, daß
ich mit wahrer Hochachtung bin
                            Ihre
                                   Dienstbereitwilligste
                                  M: A: Freÿin von Berchtold zu
                                       Sonnenburg
 mp

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Werden Sie mirs vergeben, wenn ich Sie um etwas ersuche?
Wie ich das 10te Heft note so Sie mir zu schiken die Güte
hatten überspielte, so fande ich daß in der 4 Sonaten note
das letzte Blat beÿm letzten allegretto fehlte beÿ No:
68. hört der 10te mitten im letzten allegretto auf
haben Sie doch die Gefähligkeit, mir dieß fehlende
Blat zu schicken, daß ich doch auch dieses vollkomen
ganz besitze.
Erlauben Sie mir auch eine Frage?
Das 11te Heft note bestehet in 5 Sonaten
und 2 variations, diese Sonaten hat
mein Bruder in paris gemacht und
sind deren 6 Sonaten in paris gestochen,
warum liessen Sie doch die erste davon note wek – –
und druckten variations dazu? – so wären
doch alle 6 Sonates beÿsamen gewessen –
da doch nur jede Sonate 2 Stück hat, und
die 6 Sonates die er in Wien gemacht und
jede Sonates 3 Stück hat, haben Sie schon
beÿsamen in 4ten Heft note. – Verzeihen Sie
mir diese Frage? – –
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A Monsieur
Monsieur Breitkopf et
Haertel.
à
Leipzig

12 fco Nbg

1802.                      Sonnebg
d. 20 Septς            v. Berch=
    –                          told
4 Febr 1803
Fr v. Sonenburg