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                                                                                                     No 8.

Lieber Herr André,
ich mache mir ein wahres Vergnügen daraus, Ihnen inliegende 2. Musicalien
zu liefern.
     Die Variationen sind ein Fragment. Es darf bey Ihnen stehen es zu benuzen,
wenn Sie können, und anzeigen, daß es ein Fragment war.
     das V'amo sahe aus, wie ein Fragment; ists aber nicht, wie mir N. N.
sagt, der den Rest hinzugeschriben hat, den, wie er sagt, Mozart hinzugeschrieben
haben würde und nothwendig nicht anders hätte schreiben können, womit also
auch das Stük vollendet wäre.      Schon seit einem Jahre war es irgend-
wo, wo man mir erklärte:
     „es sey nicht vollständig und also nicht zu brauchen;”
         (N. N. sagt, beydes sey nicht wahr.)
Der Canon (eigentlich nur zweystimmig, aber kein Canon) sey
„nicht von Mozart und noch weniger mozartisch.”
     N. N. sagt, es sey allerdings ein Canon, und
     zwar ein zwölfstimmiger und ein sehr künstlicher;
     es sey möglich, daß das Thema nicht von Mozart
     wäre; die Bearbeitung ist aber gewiß von ihm,
     denn es ist seine Handschrift und er hat selbst
     darin corrigirt, – so sagen ich und er.
„das Stük scheine übrigens nicht ganz unbekannt zu seyn.”
     Ich glaube aber, Niemand kennt es als N. N. durch mich und eben so gleichfals nur
     durch mich derjenige, bey dem es seit einem Jahr war, nebst seinem Freunde.
Ich hoffe, Sie haben nun die Sachen aus Berlin bekommen; ich meine, die 4. vollendeten Fragmente.
Ich bezahlte dafür hier Porto 49x., und dieser Brief kostet 24x.
     Ich empfehle mich Ihnen recht sehr und bin
Wien 22. Oct. 1800.              Ihre ergebenste C. Mozart
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Wien        1800.
d. 22. 8br
12. Nov.               30.
           Wb Mozart

Wien
An
Herrn Johann Andre
Musikverleger
zu
Offenbach
am Mayn.