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Hochzuehrender
Herr Kapellmeister!
Ich gebe mir hiemit die Ehre E: W:geboh

beÿgeschloßene
Avertissemens 
zu übersenden, aus welchen Dieselben ersehen
werden, daß ich das gefährliche Unternehmen wage, ein noch
ganz unbekanntes großes
Concert von der
Composition meines
seeligen
Mannes auf meine eigenen Kosten stechen
zu laßen.

E: W:geboh, die Selbst einen so weitläufigen
Mu-
sicalien Verlag haben, wißen selbst am besten daß dergleichen
Unternehmungen sehr gefährlich sind, und zwar nicht sowohl
wegen Ihrer Kostspieligkeit, als gröstentheils wegen des leider
i
mer mehr und mehr einreißenden
Nachstiches. Ich glaube
mich gegen einen so nachtheiligen Unfug am besten sicher stellen
zu können, wenn ich die berühmtesten Musick Verleger freund-
schaftlichst ersuche, dieses auf meine Kosten aufgelegte Werk in
Verlag zu nehmen. Ich bin überzeugt daß ein so einsichtsvoller
Tonkünstler wie E: W:geboh die
musicalischen Verdienste meines
seeligen
Mannes nicht weniger erkennet, und schäzet als andre
berühmte Tonkünstler es stets gethan haben, und hoffe dahero E W G
ς
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Werden mir meine Bitte nicht abschlagen, sondern
werden vielmehr suchen der Wittwe eines in der
musicalischen
Welt so berühmten Mannes wie
Mozart war nach Kräften
beÿzustehen. Ich bitte dahero E W Geb
ς belieben mir eine
gefällige Antwort zu ertheilen und die Anzahl der
Exem-
plare zu bestimen welche sie gütigst belieben wollen in
Verlag zu nehmen. Nähere Auskunft kann die
Dÿkische
Buchhandlung in Leipzig ertheilen, an welche ich
E W Geboh bitte sich in dieser Sache zu wenden, und
die gefällige Antwort einzusenden. In Erwartung
dessen Ich die Ehre habe zu seÿn
Mit voller Hochachtung
E W Gebo
ς
ergebenste Dienerin
und Freundin
Constanze Mozart.
[S. 3]


[vacat]
[S. 4]


Hamburg 1795.
d: Decς
d 11ten Decemς
17 Decb.