[S. 1]


Der Leopoldl ist gesund! Salzb
ς: dς 29
tς X
br.
1786.
Er, und
wir alle wünschς
euch allς ein glückseel: neues Jahr!
und hiemit,
Amen!
Am hl: Christtag ist h
ς: Brunetti abends zwischς 5 und 6 uhr
in die Ewigkeit gegangς. Heut um 9 uhr ist in St: Peter der
Gottes=Dienst. der Heinrich, der in seinem Lebς niemand
hat sterbς sehen, gieng ebς nach der Vesper um 4 uhr hin, und
hörte, daß um
Dr u Geistlichς geschickt wordς, blieb da, weil
Dr: Barisani sagte,
er wirds nicht mehr lang machς, und sahe
da
n alles,
alles mit vorwiziger Aufmerksamkeit, wie du
ihn ke
nst. der Vorwitz verwandelte sich bald in die fürchter=
liche Überlegung
u reifes Nachdenken,
u so kam er ganz
sprachlos und versteinert nach Hause, da diese Handlung mehr
wirkt, als 10 Predigς. das war ihm recht gesund! und er sagte:
Mein Gott! so musste Brunetti dς erste Mensch seÿn, den ich sterbς
sahe. Er sahe nach dem Todt besser aus, als im Lebς, nur, daß
er mägerer aussahe. Die Apostem Materie, derς er viele unter
dieser Zeit herausbrach, hatte er itzt die kräftς nicht mehr
herauf zu bringς, da vermutlich die Lunge schon fast alle ver=
fault war, – das war also sein Ende.
Da ich seit dς Zeit den Heinrich statt meiner ins Capellhaus schickte,
so wurde er auch gestern zum speisen eingeladς; – ich bin also wegς
ihm auch hieneingegangς, damit er nicht zu lange in die Nacht
hinein bleibt, odς gar sauft. – du weist, daß ich sonst um 11 uhr
schon nach Haus kam, – da sie aber eine
Cantata |:
den Schulmeister :|
machtς, so wollte ich ihm den spass nicht verderbς. um 6 uhr giengς
wir hinein, – und als wir nach 12 uhr nach Hause kamς, so hörtς
wir, daß die Glasträgerin unterdessς geko
mς wäre, und vormittag
schon wiedς fortgehς wollte. das war nun freilich sehr ungelegς!
ich musste also morgens wieder aus dem Bette.
Hier sind die
Nudeln. das
℔ 18
Xr – folgl: 36
X
das Notς Papier hat seinς kauf 48

1 f 24
Xr
DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
MOZARTEUM
INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881
[S. 2]


Von dς Eberlinwaberl hab nichts mehr, als 2
Comoed
ς:, die
hier schicke. – das Geld habe empfangς. die Nandl
u
Tresel küssς die Hände
u dankς unterthänigst, – we
n Zeit
gewesen wäre, so hätte die Nandl geschriebς. das Geld nach
Deissendorf,
u den Fisch nach Münchς werde selbst besorgς.
Aus der Münchnerreise wird schwerlich etwas werdς. ja, es ist
beÿ der Lage dς Sachς dermahl nicht daran zu gedenkς, da dς
Erzb
ς: ohne den Heinrich gar keine Musik haltς könnte, –
wer sollte
dirrigierς? – Pinzger, odς Stadler? – –
Der neue
Bassist ist ein Ma
n, und für die Kirche recht
gut, da er deutlich, klar, und richtig singt.
das Regendach habe nicht gesehς, – obs die Glastragerin gebracht hat,
weis ich nicht, – die Tresel weis auch nichts davon, – werde es
hörς, we
n das Weib ko
mt.
Nun hab schon den Sago zu nehmς einige Täge angefangς: und heute
esse ich wiedς das erste mahl Fastenspeise. Ich befinde mich nicht
übl; nur ist mein linker Arm,
u meine linke Hand i
mer kälter
als die rechte. Hoffe, es wird nach
u nach besser werden.
Der Heinrich empfehlt sich, ich küsse euch beÿde von Herzς, wieder=
hohle meine redlichς Wünsche, grüsse die Kindς und bin wie
allzeit euer redlicher Vatter
Mozart
mp
Nun ist endlich in Münchς auch dς 3
te Theil |
act :| dς
opera erst dieser
Täge angelangt. – das war eine Verwirrung! – –
Die Marchandischς schreibς in allς Briefen
Complimentς auf euch.
Der Lenerl lasse auch das neue Jahr wünschς und einς braven Ma
n
dazu.
DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
MOZARTEUM
INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881