JOSEPH SCHLETT AN MAXIMILIAN KELLER IN ALTÖTTING
MÜNCHEN, 25. APRIL 1826
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                                      München den 25ten April 1826.

          Wohlgeborner,
     hochzuverehrender Herr Keller!

Auf Ihr geehrtes Schreiben vom 12tς dieses antworte ich durch
Umstände gedrängt, etwas spät.
Der schnelle Hintritt des Herrn von Nyssen war in der
hiesigen Zeitung und in der Flora angezeigt.
Wir bedauerten ihn, besonders die nun zweimal zur
Wittwe gewordene Frau.
     Herr Schack, der sich empfiehlt, zeigte sich
gar nicht geneigt, noch etwas über den seeligen Mozart,
was den Künstler betrift, zu sagen oder zu schreiben.
Was er in dieser Hinsicht wußte, habe er längst alles
gesagt, und erst kürzlich bei Gelegenheit des Weberschen
Angrifs in Betref des Requiems in der
Cäcilia hiesigen Journalisten Nachrichten mitgetheilt,
die ich weiß nicht in welchem Blatte abgedruckt worden.
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Die Briefe aus Salzburg, welche bei Hrn. Schack und
mir liegen, werde ich zusamen machen, und wie Sie
es wünschen, durch den Bothen überschicken.
Sie stehen nicht dafür, sagen Sie, ob ich in der Folge
ganz ungeplagt von Ihnen loskomen werde.
Plagen Sie mich nur, es müßte sonderbar
zugehen, wenn ich eine von Ihnen über mich
verhängte Plage fühlen sollte.
Wie sehr wünschte ich, diesen Somer Oettingen
sehen zu können.
Mich Ihrer Frau empfehlend bin ich mit
aller Achtung
     Ew. Wohlgeboren

                               ergebenster Diener
                                  J Schlett, Prof.
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[vacat]
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Sr. Wohlgeboren
Dem Herrn Stifts=Organisten
Keller
in
Altoettingen
frei

MÜNCHEN
25 APR 1[826]
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