LEOPOLD MOZART AN JOHANN GOTTLOB IMMANUEL BREITKOPF IN LEIPZIG
SALZBURG, 6. OKTOBER 1775
mit Entwurf einer Antwort, Leipzig, 25. November 1785
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                                                            pr dς 16 8br 1775.
            HochEdler insonders Hochgeehrtester Herr!

Die 50ς: Stς: meiner Violinschule werdς sie ohngezweifelt
erhaltς habς; so wie sie mir auch durch hς: Schwarzkopf mit
75 f richtig bezahlt wordς. Da ich schon einige Zeit her
entschlossen bin etwas von meines Sohnes Arbeit drucken
zu lassς, so ersuche mir so bald thunlich zu berichten, ob sie
etwas zu verlegς sich entschlüssς wollten, es möchte nun
Sinfonien, quartetten, Trios, Sonaten für Violin und
Violoncello, das ist, so genannte ViolinSolo, oder Sonaten fürs
Clavier seÿn. was die letztern betrifft wäre die frage, ob
sie nicht Clavier Sonaten auf die Art drucken möchtς,
wie jene von hς: Philipp Carl Emanuel Bach mit veränderten
Reprisen?
– – Sie sind in berlin beÿ hς: George Ludwig Winter
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gedruckt, und diese Art Sonaten ist sehr beliebt. Ich muß sie
aber nochmahls bitten mir ihren Entschluß bald wissen zu lassen,
und überhaupts ihre Art, wie sie den Verlag zu übernehmς pflegς,
beÿzusetzen, damit wir uns mit vielem Briefwexl über eine solche
Kleinigkeit nicht aufhalten dürffen und ich allenfalls mich wo anders
hinwenden mag. Wenn sie mir eine kleine Nota aller der Werke
die von hς: Carl Philipp Emauel Bach beÿ ihnς zu habς sind, beyschlüssς
wollten NB mit beÿgefügtem Preiß; so würde es mir sehr angenehm
seÿn. Ich bin übrigens mit besonderer Hochschätzung
                             Euer HochEdl
                                                       gehorsς: ergebster
                                                       Leopold Mozart mp

Salzburg dς 6 octbς: 1775

Hörn sie nichts von unserm freunde hς: Grim in Paris? Ich sehe schon
über ein Jahr keinς Brief von ihm. Sind die KinderSonaten von meinem
Sohne, und Portraits abgesetzt? – –
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[vacat]
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Herrn
Herrn Breitkopf berühmtς
Buchhändler in
Leipzig.

Rp. dς 25. Nov.
die Violinschulen habe durch hς Schwarzkopf erhalten der die dafür
     bezahltς Gelder uns verrechnet hat; danke für die Ueberlassung
Nach der Lage des itzigς musicalς. Handels, die ganz in die Hände der
     buchhandς zu gehen scheint, muß vorjetzt allen Verlag verbitten
wenn sich dieß ändern wird, werde mit Vergnügς an dem Anerbiethς des
     hς Sohns Theil nehmen
Von hς Grimm habe seit seinς letztς Hierseÿn nichts gehört.
die Sonatς u Portraits v s hς Sohn sind damals ihnς berechnet.

1775    685
– 6 8br   Salzburg
– 16      Mozardt
– 25.

15. Son.
1. Trio 2.
12. Conc.
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