LEOPOLD MOZART AN MARIA ANNA MOZART IN SALZBURG
INNSBRUCK, 17. DEZEMBER 1769
[S. 1]


Mit einem Zeitungsblatt.
Aus Innsbruck.
Sontags nachts, glaublich dς 17
tς Decembς: de
n
ich habe keinς heurigς
Calender mehr.
1769
S
e:
Exς: hς: Graf
Spaur |: der hς: Bruder unsers Salzbς: hς:
DomCapitularς :|
hat, nachdem ich mich durch meinς Lehenbedientς meldς lassς, nicht nur gleich
seinς Bedientς, mich zu Complimentirς, geschickt und mir meldς lassς, daß
sein wagς uns um 2 uhr Samstag nachmittags zu ihm abhohlς werde, sondς
hat mich da
n auch sa
mt seiner Gemahlin gnädig empfangς, und uns seinς wagς
zur bedienung angetragς, dessς ich mich da
n auch bedienet habe. Sontags in
der frühe erhielt ich von ihm ein
Billet, in welchem er uns abends um 5 uhr
zu einem
Concert einlud, welches Beÿ S:
Exς: hς: Grafen
Leopold Künigl
veranstaltet war. Ich bediente mich entzwischς des Wagens, fuhr 2 mahl
zum hς:
v Kalckhamer, da
n zum B:
Cristani, wo ich 3 Viertlstunde
von allerhand plauderte, da
n zu S
r.
Exς: B: Enzenberg, und endlich um
5 uhr zu dem
Concert. der Wolfgς: hat ein sehr schönes
Concert, das er
alda
prima Vista gespielt, beko
mς. Wir sind, wie gewöhnlich, mit
allen Ehren empfangς, und da
n von S.
Eς: Gr: Spauer selbst nach Hause
bedient wordς. Kurz wir sind vollko
mς zu friedς. Morgς gedenke meine
Sachς zusa
m zu packς, welches um so bälder geschehς ist, weil nicht viel aus=
gepackt habe; und am Erchtage, we
n Gott will, gedencke abzureisen.
Ich lasse mich beÿ hς:
v Schidenhofς gehorsς: bedankς, so wohl wegς dem überschicktς
Empfehlungs schreibς, als auch wegς seiner gütigς Entschuldigung, die er statt
meiner gemacht hat, und die auch wirklich gegründet ist. Er möchte beÿ
dem hς: Major meine Danksagung nebst meinem
Compt= machς. Ich werde
dem hς:
v Schidenhofς selbst schreibς, so bald ich zeit habe. Ich hoffe daß ihr
alle gesund seÿd, von Botzς werde wiedς schreibς. die Briefe must du alle
DOM=
MUSICK=VEREIN
U.
MOZARTEUM
INTERNATIONALE
STIFTUNG:
„MOZARTEUM”
1881
[S. 2]


aufheben. Die
Partes v dς
opera habe mit fleiß sa
mt den Violinsti
mς zu
Hause gelassς, und nur die
Spartitur mitgeno
mς. wir habς aber
einige
Arien für den Wolfgς: vergessς; es macht nichts, wir beko
mς
Arien genug. Es wird ein gewisser Graff
Attems nach Salzbς: mit seiner
Frau ko
mς, der uns hier gesprochς, und der vor vielς Jahrς zu
Salzς: studiert hat, und mein alter bekannter ist: vielleicht
wird er euch besuchς, daß ihm die Na
nerl etwas spielς soll.
Wir Kissen dich und die Na
nerl tausendmahl, Lebt alle wohl!
meine Empfς: an alle gute freunde und freundinς. ich
bin der alte Mzt mp
Das regal waren zwelf Dugatten
duo rlgmr wmeln zwlni dhgmttln.
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1881