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Digital Mozart Edition

Projektbeschreibung

Die Digitale Mozart-Edition (DME) wird derzeit an der Stiftung Mozarteum Salzburg (ISM) in Kooperation mit dem Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien/USA erarbeitet. Die DME wird das gesamte Schaffen Wolfgang Amadé Mozarts (1756–1791) in digitaler Form weltweit für jedermann über das Internet zum Studium und zu Aufführungszwecken zur Verfügung stellen. Sie umfasst nicht nur die musikalischen Werke, sondern schließt auch eine kritische Edition der Briefe und Dokumente sowie der Libretti ein. Unter Berücksichtigung urheberrechtlicher Beschränkungen strebt die DME auch die Bereitstellung von Bildern der originalen Quellen an. Der Zugang im Internet, einschließlich des Herunterladens von Dateien und Ausdrucken für nicht kommerzielle Zwecke, wird kostenfrei eingerichtet. Die DME wird auch werk- und quellenbezogene Informationen im Internet zur Verfügung stellen.

Die DME versteht sich als Nachfolgeprojekt der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA), die seit 1954 von der ISM in Verbindung mit den Mozart-Städten Augsburg, Salzburg und Wien herausgegeben wurde. Sie basiert auf der NMA und respektiert deren über Generationen entwickelte wissenschaftliche Leistung. Auf Dauer wird das Online-Projekt aber weder im Inhalt noch im Erscheinungsbild mit der Neuen Mozart-Ausgabe identisch sein.

Aufgaben

Die Digitale Mozart-Edition bildet das Kernstück des Mozart-Instituts an der ISM, das zum 1. Juli 2001 als Zusammenfassung ihrer wissenschaftlichen Aktivitäten eingerichtet wurde. Sie soll einem breiten Publikum im In- und Ausland – Wissenschaftlern und professionellen Musikern ebenso wie Liebhabern – den Zugang zum Leben und Werk Mozarts eröffnen. Die Digitale Mozart-Edition wird auf einem offenen elektronischen Format basieren, das vom Packard Humanities Institute eigens entwickelt und realisiert wird. Der maschinenlesbare Code wird aus Bild-Scans der NMA gewonnen; in der Digitalen Mozart-Edition wird der Notentext der Neuen Mozart-Ausgabe sukzessive revidiert und aktualisiert werden.

Möglichkeiten

Das digitale Format ermöglicht im Rahmen urheberrechtlicher Beschränkungen eine Verknüpfung der Quellen (in digitalen Faksimiles) und der Edition. Die Darstellung von Varianten und abweichenden Fassungen wird gegenüber dem herkömmlichen Druckmedium wesentlich erleichtert und bietet dem Benutzer die Möglichkeit des unmittelbaren Vergleichs. Bei geeigneter Quellenlage kann die Werkgeschichte in ihren wichtigsten Stadien repräsentiert werden. Das Mozart-Institut erarbeitet weiterführende Informationen – Text- und Bilddokumente, Literaturhinweise, Quellendatenbanken und Werkregister –, die im Rahmen der DME online zur Verfügung gestellt werden. Das Datenformat soll auch eine auf die Bedürfnisse des Benutzers abgestimmte dynamische Herstellung von Aufführungsmaterialien zulassen. Die layoutunabhängigen Daten sollen nicht nur am Bildschirm dargestellt, sondern auch ausgedruckt und zur weiteren Bearbeitung in verschiedene Notensatzprogramme überführt werden können.

Realisierung

In einem ersten Schritt ist die Digitalisierung der Neuen Mozart-Ausgabe erfolgt. Diese umfasst 126 Bände mit ca. 26.000 Notenseiten; die hierzu überwiegend separat erschienenen Kritischen Berichte nehmen knapp 8.500 Seiten ein. Über eine Datenbank ist der Zugriff auf jedes gewünschte Werk leicht möglich. Die bislang getrennten Informationen zum Notentext und der Kritische Apparat sind in der NMA Online zum Studium als Synopse verknüpft. Der auf diese Weise annotierte Notentext der NMA wurde im Dezember 2006 unter der Adresse http://dme.mozarteum.at/nma/ zur Gänze ins Internet gestellt. Die von der ISM im März 2006 vorgestellte interaktive CD-ROM MOZART DIGITAL Fantasie & Sonate KV 475 & 457 (www.mozart-digital.at) bereitet die in der ISM seit 1990 verwahrte Eigenschrift Mozarts allgemein verständlich auf. Die Handschrift kann durchgeblättert und studiert werden; sie ist mit Erläuterungen versehen und kann – in einer Aufnahme an Mozarts eigenem Instrument – gleichzeitig angehört und mitgelesen werden. Einige der hierfür entwickelten Funktionen können auf die DME übertragen werden.

Vision

Die ISM verfolgt mit dem ehrgeizigen Projekt der Digitalen Mozart-Edition, dessen Realisierung mit Unterstützung des Packard Humanities Institutes mindestens 10–15 Jahre erfordern wird, über den wissenschaftlichen Nutzen hinaus auch einen Bildungsauftrag: Durch die Arbeit des Mozart-Instituts soll das gesammelte Wissen zu Leben und Werk Mozarts breiten Interessensgruppen zur freien Verfügung bereitgestellt werden.

Last Update: März 2010