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Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition

 

Projektstand

Die Korrespondenz von Wolfgang Amadé Mozart und seiner Familie, die in der Gesamtausgabe von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch seit 1962 im Druck veröffentlicht worden ist, wird schrittweise auf Basis der Quellen neu ediert. Dabei werden Lücken gefüllt und die Edition der Korrespondenz bis zum Jahre 1858, die bei Bauer/Deutsch teilweise nur in Auszügen gedruckt ist, systematisch fortgeführt. Außerdem werden im großen Umfang weitere Briefe und Dokumente der Mozart-Familie und zur Institutionsgeschichte aus dem Archiv der Stiftung Mozarteum Salzburg publiziert.

Die Texte werden in einer diplomatischen Transkription wiedergegeben (html-Format). Über Herausgeberentscheidungen und deren formale Wiedergabe informieren die Editionsrichtlinien. Bei der Wiedergabe im html-Format wird zwischen dem ursprünglichen Dokumententext (bei Briefen die vom Verfasser zum Versand hergestellte Fassung einschließlich Adresse) und späteren Annotationen der Manuskripte (Nummerierungen, Signaturen, Stempel, Zusätze von fremder Hand zu Provenienz und Schreibern u. Ä.) unterschieden.
Mit einem PDF-Dokument wird dem Nutzer eine druckfähige Lesefassung des Haupttextes (bei Briefen mit Anschrift) ohne Zusätze von fremder Hand bereitgestellt.
 
Im Zuge der systematischen Bearbeitung der Dokumente sind die folgenden Gruppen von Texten bereits erfasst:
 
1. Briefe der Mozart-Familie bis 1791
 

1. Briefe der Mozart-Familie bis 1791

Die Neuedition der Briefe umfasst derzeit die Korrespondenz der Reisen Wolfgang Amadé Mozarts in den Jahren 1769 bis 1781 sowie seiner Wiener Jahre 1781 bis 1791, einschließlich der Reisen nach Prag (1787, 1791), Leipzig, Berlin (1789) und Frankfurt (1790). Außerdem stehen die Briefe Leopold Mozarts an seine Tochter Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg der Jahre 1784 bis 1787 zur Verfügung.

1.1 Reisebriefe

- Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Italien, Dezember 1769 bis März 1771 (BD 147–238)
- Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Italien, August bis Dezember 1771 (BD 239–260)
- Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Italien, Oktober 1772 bis Februar 1773 (BD 264–287)
- Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach Wien, Juli bis September 1773 (BD 288–299)
- Reise von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart nach München, Dezember 1774 bis März 1775 (BD 300–318)
- Reise von Wolfgang Amadé und Maria Anna Mozart nach Mannheim und Paris, September 1777 bis Januar 1779 (BD 329–521)
- Reise von Wolfgang Amadé Mozart nach München, November 1780 bis Februar 1781 (BD 535–582)

Mehr als drei Viertel der Originalquellen befinden sich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg und können daher in Text und Bild gezeigt werden. Von einigen wenigen Briefen sind die Autographe verschollen; als Ersatz können hier gelegentlich Abschriften von Georg Nikolaus Nissen dienen, dem die Originale um 1825 bei der Arbeit an seiner Mozart-Biographie (postum veröffentlicht 1828/29) noch vorlagen. Für Briefe, deren Originale sich nicht im Besitz der Stiftung befinden, stehen vorerst nur die Transkriptionen zur Verfügung.
 

1.2 Briefe der Wiener Zeit Wolfgang Amadé Mozarts

- Wohnsitz in Wien, März 1781 bis Dezember 1791 (BD 583–1200)

Aus diesem Zeitraum sind rund 210 Briefe und Dokumente Mozarts überliefert. Rund 100 Briefe vom Zeitpunkt seiner Ankunft in Wien (März 1781, BD 583) bis Mai 1783 (BD 747) befinden sich mehrheitlich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg, und können daher in Text und Bild gezeigt werden. Die weiteren rund 110 Briefe von Juni 1783 bis zu seinem Tod 1791 werden weltweit in Bibliotheken und Archiven aufbewahrt oder befinden sich in Privatbesitz. Einige Bibliotheken stellen auf ihren Websites digitale Reproduktionen zur Verfügung, auf die verwiesen wird. Seit Erscheinen der Gesamtausgabe (1962–1975) wurden immer wieder Briefe im Autographenhandel angeboten. Insgesamt sind derzeit 54 Briefe verschollen. Sie werden entweder nach ihrem Erstdruck (39) oder nach einer Abschrift (15), meist aus dem 19. Jahrhundert, wiedergegeben.
 
Das Briefkorpus der Wiener Jahre, März 1781 bis Dezember 1791, (BD 583–1200) lässt sich in mehrere Untergruppen unterteilen:
- Briefe Mozarts an seinen Vater Leopold Mozart (104)
- Briefe Mozarts an seine Schwester Maria Anna (Nannerl) Mozart, ab 23. August 1784 verh. Freifrau von Berchtold zu Sonnenburg (15)
- Briefe Mozarts an seine Frau Constanze Mozart (42)
- Briefe Mozarts an den Kaufmann und Logenbruder Michael Puchberg (21)
- Briefe Mozarts an Freunde, Bekannte, Musikerkollegen und Verleger (22)
- Diverses (offizielle Gesuche, Stammbucheinträge, Gedichte) (8)
- Brief von Robert May O'Reilly an Mozart (1)
- Briefe Leopold Mozarts an Bekannte, Verleger und Musikerkollegen (11)
 
Ein großer Teil der Briefe Mozarts an seine Frau Constanze und an Michael Puchberg sind nicht im Original überliefert. Die Texte von 30 Briefen dieser beiden Gruppen können nur nach dem Erstdruck Mozartiana. Nach aufgefundenen Handschriften herausgegeben von Gustav Nottebohm, Leipzig 1880, wiedergegeben werden. Auch der Publikation von Gustav Nottebohm lagen nur Abschriften zugrunde, die der Verlag Breitkopf & Härtel in Leipzig um 1800 nach den von Constanze Mozart zugesandten Originalbriefen für eine geplante Mozart-Biografie anfertigte. Nottebohm hatte in den 1870er-Jahren das entsprechende Heft mit den Abschriften unter dem Titel „Materialien zu Mozart’s Leben, von der Wwe Mozart mitgetheilt“ gefunden und die darin enthaltenen Schriftstücke veröffentlicht. Dabei hat er editorisch eingegriffen und vor allem ihm anstößig erscheinende Passagen ausgelassen. Diese notierte er sich aber in sein Handexemplar, das heute in der Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufbewahrt wird.
 

1.3 Briefe Leopold Mozarts an Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg 1784 bis 1787

Am 23. August 1784 heiratete Maria Anna Mozart Baptist Franz von Berchtold zu Sonnenburg, hochfürstlich-salzburgischer Rat und Pfleger zu St. Gilgen. Sie zog somit in das von Salzburg 6 Stunden entfernte St. Gilgen. Ab diesem Zeitpunkt schrieb Leopold Mozart bis zu seinem Tod im Mai 1787 an seine Tochter rund 130 Briefe, die zahlreiche interessante Informationen über das Salzburger Musikleben, über Politik und Alltagsleben, die Gesundheit des am 15. Juli 1785 geborenen Sohns Maria Annas, Leopold, sowie Details aus heute verlorenen Briefen Wolfgang Amadé Mozarts enthalten. Sie befinden sich mehrheitlich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg. 

2. Briefe und Dokumente der Mozart-Familie 1792 bis 1858

In diesem Teilprojekt werden Briefe und Dokumente zur Familie Mozart publiziert, die sich im Besitz der Stiftung Mozarteum Salzburg befinden. Gegenwärtig sind rund 250 Dokumente verfügbar. Diese stammen überwiegend aus der Zeit nach 1800; sie sind bislang meist nur unvollständig oder verstreut publiziert.
 
Den Hauptteil des Korpus bilden Briefe der Familie Mozart (Constanze Mozart, Georg Nikolaus Nissen, Carl Thomas Mozart, Franz Xaver Wolfgang Mozart, Sophie Haibel) aus der Zeit zwischen 1791, dem Sterbejahr von Wolfgang Amadé Mozart, und 1858, dem Todesjahr von Carl Thomas Mozart. Empfänger sind vor allem Familienmitglieder, Verleger, Musiker und Freunde. Ein weiterer Teil enthält Drittbriefe und Dokumente, die im Zusammenhang mit Wolfgang Amadé Mozarts Nachleben (u.a. seinem Werk sowie der Biographie von Georg Nikolaus Nissen) stehen. Ein kleinerer Teil des Materials umfasst amtliche Dokumente (darunter Originaldokumente zu Wolfgang Amadé Mozart), Gedichte u. Ä.

3. Briefe und Dokumente aus der Zeit 1841 bis 1880

In diesem Teilprojekt werden Briefe und Dokumente zur Geschichte der Stiftung Mozarteum Salzburg bzw. ihrer Vorgängerinstitutionen (Dommusikverein und Mozarteum, Internationale Mozart-Stiftung) bis zum Gründungsjahr der Internationalen Stiftung Mozarteum 1880 im Besitz der Stiftung publiziert. Dieses Material umfasst unter anderem Briefe von Künstlern (z.B. Clara Schumann, Julius Benedict) in Zusammenhang mit den Salzburger Mozartfesten oder mit dem bei Anton Romako in Auftrag gegebenen Mozart-Bild für das sogenannte Zauberflötenhäuschen.

4. Das Stammbuch von Franz Xaver Wolfgang Mozart (1801 bis 1812)

Die Stiftung Mozarteum Salzburg verwahrt das Jugendstammbuch von Franz Xaver Wolfgang Mozart. Er bekam es 1801 als Zehnjähriger in Wien geschenkt und führte es bis zum Jahr 1812, als er bereits vier Jahre als Musiklehrer in Galizien lebte. Das Buch enthält 80 Einträge, gelegentlich mit Zeichnungen. Der einzige musikalische Beitrag stammt von Johann Georg Albrechtsberger, seinem Lehrer. Die Einträge der Wiener Jahre geben einen interessanten Einblick in den Personenkreis, der im Haus von Constanze Mozart in jener Zeit verkehrte.
 
Insgesamt stehen derzeit 1128 Dokumente online zur Verfügung.
 
Last Update: Juni 2016